Fragen an das Fremde

Die 60. Kunstbiennale in Venedig bereitet noch bis zum 24. November 2024 ein heterogenes Zustandsbild unserer Zeit und richtet den Blick in den globalen Süden

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Den Besuch dieser Venedig-Biennale sollte man auf der Insel La Certosa beginnen. Dem kleinen Eiland, der Lagunenstadt vorgelagert, die einst Sitz eines Kartäuserklosters war und auf dem Wasserweg vom Flughafen Marco Polo zu den Austragungsorten in den Giardini und dem Arsenale liegt. Von hier aus öffnen sich ganz andere Perspektiven auf die älteste Kunstausstellung der Welt, weil vier Soundkünstler in die grüne, brüchige Natur Klangkunstwerke gesetzt haben.

Die geraten nicht nur mit der Flora, Fauna und den Winden in Schwingung, sondern oszillieren auch mit dem, was an Schallwellen von der Lagune, den Schiffsmotoren, Kirchenglocken, dem Geraune und Gesäusel herüberweht und -schwappt. Die Arbeiten gehören zum Deutschen Pavillon und machen als dessen „expansiver“ Teil über Mauern, Zäune und das Wasser hinweg gleichsam den künstlerischen Resonanzraum auf. Eine Idee, die es in sich hat.

Erdacht hat sie die Kuratorin Çağla Ilk. Der Co-Leiterin der Kunsthalle Baden-Baden und gebürtigen Türkin schwebte „eine Erzählung mit vielen Stimmen“ vor. Mit ihren Künstlern, der Israelin Yael Bartana und dem Theatermann Ersan Mondtag bespielt sie den geschichtszerrütteten Deutschen Pavillon in den ...

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BTR Ausgabe 5 2024
Rubrik: Foyer, Seite 4
von Irmgard Berner

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