„Wir machen uns fremde Orte zu eigen“

Der Klassiker „Moby Dick“ von Herman Melville findet immer wieder seinen Weg auf Theaterspielpläne. Auch die Freie Bühne Wendland, eine der Preisträgerinnen des DTHG-Weltenbauer-Awards 2024, hat dieses Stück im Repertoire. Es wurde bisher 58-mal gespielt und ist fantasievoll umgesetzt. Ursula Pehlke, Gesellschafterin und Schauspielerin der Gruppe, über das Projekt Wandertheater

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In einem Stadttheater kommt das Publikum ins Haus. Anders bei der Wanderbühne, hier fährt die Bühne direkt zu den Menschen, für die sie spielt, sucht sich einen Dorfplatz und zeigt ihr Stück. So auch die Freie Bühne Wendland, die seit 2021 mit „Moby Dick“ (BTR 4/2024) durch Deutschland bis nach Frankreich reist, um Melvilles Geschichte um die Besatzung des Walfängerboots „Pequod“ und den Kampf mit dem Wal in einem hyperkinetischen Spektakel neu zu interpretieren.

In der modernen Version des Wandertheaters ersetzt ein alter Reisebus den früher üblichen Pferdewagen und die Gaukler schlafen nicht in Zelten, sondern im VW-Bus. Metallschrott und alte Karossen wurden in ein kinetisches, multifunktionales Bühnenbild verwandelt.

Martina Meyer: Liebe Ursula Pehlke, wann und wie ist die Freie Bühne Wendland entstanden? Und haben Sie auch eine feste Spielstätte für Ihre Projekte? 
Ursula Pehlke: Künstler:innen, die im Wendland ansässig waren, gründeten 2011 die Freie Bühne Wendland. Damals waren wir waren elf Gesellschafter:innen aus den Bereichen Regie, Schauspiel, Drehbuch, Ausstattung, Tanztheater, Choreografie und Theaterpädagogik. Ein festes Haus haben wir allerdings nicht. Das heißt, ...

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BTR Ausgabe 5 2024
Rubrik: Produktionen, Seite 30
von Martina Meyer

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