„Es gäbe viel, was wir tun sollten“

Im Februar 2023 erlitt Anke Schierenbeck, Vertriebsmitarbeiterin bei VisionTwo, eine starke Augenschädigung – während einer Präsentation von LED-Beleuchtungstechnik in einem Theater. Die Beeinträchtigungen ihres Sehvermögens dauern bis heute an. Diese Gefährdung wird immer noch verkannt oder zu wenig ernst genommen, ist Schierenbecks Erfahrung. Sie möchte Menschen, die mit Licht arbeiten, für einen angemessenen Umgang mit dem Thema sensibilisieren

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Ein Telefonat mit Anke Schierenbeck Anfang Dezember: „Wenn ich es nicht mache, macht es niemand“, sei ihre Motivation, über den Unfall und wie es mit der Heilung bzw. der Einschränkung weitergeht, zu sprechen. Denn bisher seien nach Vorträgen und Gesprächen immer wieder Leute zu ihr gekommen, die Ähnliches erlebt haben oder jemanden mit Sehbeeinträchtigungen kennen. „Die Dunkelziffer ist aus meiner Sicht sehr hoch! Es gibt viele Menschen in der Lichttechnik mit Augenproblemen, drüber gesprochen wird aber eben nicht.

BTR: Der „Unfall“ passierte bei einem sogenannten Shootout in einem Theater. Was ist genau passiert? Und welche Folgen haben Sie gespürt?
Anke Schierenbeck: Wir, die Lichtvertriebe, werden ja in der Regel von Theatern eingeladen, um dann die Geräte mehrerer Hersteller für den entsprechenden Anwendungszweck zu präsentieren. Dem Zeitdruck geschuldet, findet so etwas meist nicht unter den normalen Bedingungen einer VersammlungsstättenVO statt, da es ja keine Veranstaltung, sondern ein Besuch ist. Daher werden oft einfach Moving Heads, Lichtgeräte etc. auf den Boden, auf Cases oder, wie in meinem Fall, auf die Bühnenkante gestellt und hintereinander präsentiert. Ich stand ...

Potenzielle Gefährdungen erkennen und verhindern

von Falco Zanini

Als ich von Anke Schierenbecks Unfall und ihrer massiven Augenverletzung erfuhr, war ich schockiert und musste sofort an eigene Erfahrungen mit diesem Thema zurückdenken. Im Jahr 2013 wurde ich selbst von einem Sharpy aus ca. 30 m Entfernung geblendet, der auf der Bühnenvorderkante stand. Mehrere Tage hatte ich, wie Anke, einen grauen Fleck im Sehfeld und fühlte mich eingeschränkt. Zum Glück hielt dieser Zustand nicht lange an. Dadurch sensibilisiert recherchierte ich zu diesem Thema und begann bei der Bedienungsanleitung des Sharpy der Firma Clay Paky. Diese wies in der „Safety Information“ bereits auf eine minimale Entfernung zu beleuchteten Objekten von mindestens 12 m hin. Zu der Zeit wurde der Super Sharpy eingeführt, der dann bereits 18 m Sicherheitsabstand vorsah.

DIN-Normen und die Realität
Im Zuge der Recherche stieß ich dann auf die DIN EN 62471:2009 die eine Anleitung für die Untersuchung der photobiologischen Sicherheit von Lampen und Lampensystemen darstellt und entsprechend anzuwenden ist. Darin werden Messverfahren beschrieben, mögliche biologische Gefährdungen, Risikogruppen (ähnlich der Laserklassen) ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 1 2024
Rubrik: Licht, Ton und Produktionen, Seite 30
von Iris Abel

Weitere Beiträge
Nachrichten BTR 1/24

Initiative für Nachwuchs- und Fachkräfte
Mit der Nachwuchs- und Fachkräfteinitiative „Spotlight Stories“ will die DTHG junge Menschen für die Berufsmöglichkeiten im theatertechnischen Bereich begeistern und ihnen den Zugang zu einer vielfältigen, zukunftsgewandten Branche eröffnen. Gesucht werden noch Kooperationspartner und aktive Theaterleute, die ihre...

Spiegel der Kreativität

Theater findet nur im Raum und in der Zeit statt. Was von ihm für die kulturgutbewahrenden Institutionen übrigbleibt, sind die Zeugnisse eines Ereignisses in der Vergangenheit. Das macht die besondere Herausforderung für Theaterarchive aus: Was ist davon bewahrenswert und was ist davon bewahrensfähig? Das Theaterarchiv der Berliner Akademie der Künste hat sich vor...

Markt 1/24

01. Crash Barriers bei den PDC Europe Darts-Events
Bei den Darts-Turnieren der Professional Darts Corporation (PDC) im Dezember kamen auch die professionellen Crash Barriers der Marke Tego Pro zum Einsatz. In diesem Fall entschied man sich für Tego Pro Crash Barriers in schwarzer Ausführung. Sie wurden eingesetzt, um den Sicherheitsabstand zwischen den...