„Der Raum sollte der Hauptakteur sein“

Bei der Gestaltung des Bühnenbilds spielen moderne Medien eine zunehmend wichtige Rolle. Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind für Lena Newton ein komplexes Gebilde, in dem Darsteller, Raum, Video und Ton auf unterschiedliche Weise zusammenkommen und, wenn es gelingt, die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Dazu ein Gespräch über die Konzeption und Umsetzung von Ideen.

Wie entstehen fantasievolle Raumwelten, welche Rolle spielen die modernen Medien bei der Gestaltung von Raum und Stück? Besonders an den Kammerspielen München war die ausgebildete Bühnenbildnerin und Videodesignerin Lena Newton sehr erfolgreich mit ihren Raumentwürfen und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Der Weg dorthin führte über mehrere Stationen, wie wir im Gespräch erfahren.

BTR: Frau Newton, Sie sind 1976 in München geboren und haben dort Abitur gemacht.

Der Weg führte Sie zunächst zu einem Architekturstudium an die Technische Universität Dresden und dann zum Bühnenbild. Was hat Sie an der Konzeption von Räumen und dann an Bühnenbildern interessiert?

Lena Newton: Räume haben mich immer fasziniert, einschließlich der Geschichten, die darin stecken. Nach verschiedenen Praktika am Theater fing ich Feuer und kam an die Hochschule für Bildende Künste in Dresden, wo damals Andreas Reinhardt Leiter der Fachklasse Bühnen- und Kostümbild war. Ich lernte vor allem bei Henning Schaller. Das Studium war eine sehr gute Grundlage, aber ich suchte eine freiere Ausbildung. Nach dem Vordiplom studierte ich an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam weiter.

Was hat Sie dort interessiert, ...

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BTR Sonderband 2020
Rubrik: Thema: Berufsbilder & Porträts, Seite 22
von Karin Winkelsesser

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