Zugänglich und fremd
Text ist nach-dem Schreiben war / Schreiben ist wenn Worte werden / Wort ist wenn Buch-staben sind.»
Was bedeutet es etwas zu verstehen oder nicht zu verstehen? Welche Sprache braucht es dafür? Was passiert, wenn der Versuch des (Nicht-)Verstehens selbst zum Ge -genstand der künstlerischen Auseinandersetzung und eines Theatertextes wird? In der Spielzeit 2024/25 trafen sich Autorin Nele Stuhler und Regisseur FX Mayr im Rahmen der Ateliers für die Autor:innentheatertage am Deutschen Theater Berlin.
Gemeinsam mit Ensemblemitgliedern des DT und des inklusiven RambaZamba Theaters begaben sie sich auf eine poetisch forschende Reise; eine Reise ins Innere des Sprechens, des Schreibens, und auch in die des freudigen Missverstehens. Im Laufe einer Spielzeit wurde diskutiert und improvisiert, immer auf der Suche nach einer Sprache, die nicht trennt, sondern öffnet.
«Leichter Gesang» von Nele Stuhler ist das Theatertextecho dieses Prozesses; ein Aufzeigen eines Prozesses, der auch die Frage in sich trägt: Was bedeutet Annäherung überhaupt? Eine ästhetische Annäherung, ein tastendes Ergründen unterschiedlicher künstlerischer Sprachen, Bewegungen, Arbeitsrhythmen. Ein Prozess, der diese ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Neue Stücke, Seite 164
von Christopher-Fares Köhler
Liebe Anna Sophie, ich hasse dich. Zutiefst verachte ich Frauen wie dich, weil das neue Patriarchat sind auch weiße Frauen, die sich wie Alphamänner verhalten, oder auch Frauen, die zu Minderheiten ge -hören, die sich aber wie diese weißen Frauen verhalten, und die wiederum wie diese Patriarchen. Im Patriarchat ficken alle alle. Aber niemand fickt gut. The tragedy...
Menschen wie im freien Fall. So wenig Halt bot ihnen die Bühne von Aleksandar Denic selten: Offene Weite gähnt im Berliner Ensemble, eine einsame rote Fahne säumt sie hinten an der Brandmauer. Die Unterbühne schaut etwas ausstaffierter aus: Eine Waschmaschine steht dort, eine Duschkabine. Auch ein paar Dutzend Panzerräder liegen herum, echte, stählerne, von der...
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schauspielhaus durchquert die Besucherin eine der uncharmantesten Ecken Magdeburgs. In den Neunziger Jahren wurden zwischen Willy-Brandt-Platz und Otto-von-Guericke-Straße mehrere Mehrzweck- und Verwaltungsgebäude errichtet, eine Betonhölle, deren Tristesse ein paar überdimensionale, in mutigem Knallblau gestrichene Blumentöpfe für...
