Geiles Theater
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Schauspielhaus durchquert die Besucherin eine der uncharmantesten Ecken Magdeburgs. In den Neunziger Jahren wurden zwischen Willy-Brandt-Platz und Otto-von-Guericke-Straße mehrere Mehrzweck- und Verwaltungsgebäude errichtet, eine Betonhölle, deren Tristesse ein paar überdimensionale, in mutigem Knallblau gestrichene Blumentöpfe für potenzielles Stadtgrün eher noch unterstreichen.
Und doch findet sich hier, um die Ecke der vollversiegelten Straße «Am alten Theater», noch ein weiterer Hinweis auf Magdeburgs einstigen Bühnenglanz: Ein Mural zeigt das alte Stadttheater, erbaut kurz nach der Reichsgründung in den 1870er Jahren, zerstört Anfang 1945 wie der Großteil des heftig bombardierten Industriestandortes, gesprengt 1958 und ersetzt durch eine Grünanlage, bis Investoren hier nach der Wende schnell Immobilien hochzogen.
So ganz scheint sich die Sachsen-Anhaltinische Landeshauptstadt vom Verlust ihres Stadttheaters nicht erholt zu haben. Das Haus in der Otto-von-Guericke-Straße, das seither das Schauspielensemble des Vierspartenhauses Theater Magdeburg beherbergt, ist eigentlich ein Langzeitprovisorium. Die verbaute einstige Stadtvilla eines Magdeburger ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 18
von Eva Behrendt
Wie ich mich bei Laune halte? Das Lachen vergeht einem angesichts der weltpolitischen Lage, aber auch der kleinen Themen, die oft noch näher sind. Und doch: Es gibt Momente, in denen es immer wieder gelingt – dieses merkwürdige, fragile Konstrukt namens «gute Laune» wenigstens für kurze Zeit aufrechtzuerhalten. Zum Beispiel beim Lachen. Oder beim Schwimmen.
Beides...
Wie die gute Laune behalten innerhalb einer multiplen Krise? Vielleicht gar nicht. Der Aktivist und Künstler Christophe Meierhans meinte schon 2022, man müsse erstmal richtig im Tal unten ankommen und die Lage akzeptieren, um wieder starten zu können. In der Floating University hatte er damals in Anlehnung an Techniken der Stoiker eine Meditation entwickelt, bei...
We are all made by our stories», lautet der stückprägende Satz in Deirdre Kinahans neuem Drama «Refuge». Und die These wird in der Diskussion der Figuren weiter beleuchtet durch die Fragestellung, wer die Prägung durch Geschichte und Geschichten (noch) ändern kann und wer die Determination akzeptieren muss. Diese Prägung betrifft fünf Menschen und einen Schatten,...
