Ziemlich beste Recherchegringos

Bola de Carne (Thomas Köck, Anna Laner & Andreas Spechtl) «Algo pasó (La última obra)» (U) im Schauspiel Stuttgart

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Eines muss man den Putins, Lukaschenkos und Erdogans dieser Welt lassen: Sie vergiften Oppositionelle derart öffentlichkeitswirksam oder sperren sie derart sichtbar weg, dass die ganze Welt es mitbekommt. In Lateinamerika ist das seit den dunklen Jahren der Militärdiktaturen in Ländern wie Chile, Argentinien und Brasilien etwas anders. Dort ließ und lässt man Menschen ganz einfach verschwinden. Der größte mittelamerikanische Staat zum Beispiel ist Spitzenreiter in der Statistik der sogenannten Desaparecidos. In Mexiko sind seit 1964 mehr als 73.

000 Menschen im Bermudadreieck von Drogenkartellen, korrupten Polizeieinheiten und staatlichen Behörden verschwunden. 

Der Dramatiker Thomas Köck, Mitglied des 2012 in Mexiko-Stadt gegründeten Kollektivs Bola de Carne, hat sich nun zusammen mit seinen Kollegen dem Phänomen des Verschwindens gewidmet und für das Stuttgarter Staatsschauspiel ein zerstückeltes Bühnenwerk geschaffen. Es geht unter anderem um das schwäbische Rüstungsunternehmen Heckler & Koch, das G36-Sturmgewehre in eine mexikanische Krisenregion lieferte und sich vor deutschen Gerichten nicht etwa dafür verantworten musste, dass mit den Waffen Studentinnen und Studenten ...

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Theater heute Dezember 2021
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Jürgen Berger

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