Yachtclub Helsingör
Ein Grund für den ungebrochenen Publikumserfolg Christian Stückls als Regie führender Intendant des Münchner Volkstheaters ist seine Fähigkeit, vielinterpretierte Klassiker, Shakespeare vor allem, so zu inszenieren, als sähe er sie zum ersten Mal. Stückl schafft es ohne mit der Wimper zu zucken, aus «Hamlet» einen von keines Gedankens Blässe angekränkelten, liebenswert zupackenden Draufgänger zu machen, der seine Mission impossible im faulen Staate Dänemark als halbstarker Actionheld im Stil eines Tom Cruise erledigt.
Dass professionellen Theatergängern angesichts solch aufrichtiger Unbekümmertheit meist etwas flau zumute wird, mag daran liegen, dass man schon lange nicht mehr so ungefiltert durch diverse Metaebenen auf Shakespeare geschaut hat. Und dem Publikum gefällt’s, weil es sich an etwas Wohlvertrautes erinnert fühlt (auch wenn es das so naturgemäß noch nicht gesehen hat).
Ein Mann auf dem Mond wie auf dem Stückplakat ist dieser Hamlet jedenfalls nicht. Zwar steht Friedrich Mücke ganz zu Beginn einen Moment lang stocksteif und zugeknöpft inmitten der fröhlichen swingenden Hochzeitsgesellschaft um ihn herum, doch nach einer spontanen Abkühlung im Gartenbassin bricht schon ...
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