Wo der rote Drache leuchtet

Sebastian Baumgarten führt durch Michail Ossorgins Roman «Eine Straße in Moskau» am Staatsschauspiel Dresden

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Wenn es um die ganz großen Menschheitsfragen geht, ist ein gewisses Pathos durchaus angebracht, findet jedenfalls die ewig jugendfrische Tanja. «Ich möchte, dass unser Leben ein lichter Traum von der Zukunft ist, von einem nie endenden Glück», agitiert sie großäugig ihren Kompagnon Wassja und kann gar nicht verstehen, dass der dem Fortgang der Geschichte etwas skeptischer entgegensieht. «Denken Sie doch einmal nach vorn», ermahnt Tanja den kleinlaut an ihrer Seite klemmenden Zukunftsspaßverderber mit der Fröhlichkeit eines Selbstoptimierungscoachs.

 

Schwer zu sagen, wann und wo die beiden eigentlich unterwegs sind. Man sieht sie im Großen Haus des Staatsschauspiels Dresden auf einer Videoleinwand; mutmaßlich in einer Art fliegendem Auto oder einer Weltraumkapsel. Jedenfalls sprechen sie aus einer nicht näher definierten Zukunft heraus, in der dank bahnbrechender technologischer Entwicklungen der Himmel auf Erden angeblich zum Greifen nahe ist. Es gibt da nur noch ein paar mi­nimale Mühen der Ebenen, räumt Tanja sinn­gemäß ein; wirklich Kleinigkeiten, zum Beispiel das Wohnungsproblem und ähnliche Margi­nalien, die sich im weitesten Sinne unter der sozialen Frage gruppieren ließen, ...

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Theater heute Juni 2019
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Christine Wahl

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