Wo bleibt der Bus zum Happy End?

Svealena Kutschke «no shame in hope – eine Jogginghose ist ja kein Schicksal»

Theater heute - Logo

Ein Nicht-Ort: eine trostlose Haltestelle, eine kaputte Ampel und ein heruntergekommener Imbiss. Natürlich mit Nieselregen. Eine beliebige Kreuzung in einer beliebigen Stadt wie, sagen wir mal, Oberhausen. Nirgendwo und überall zugleich.

Im Imbiss sitzen die drei Frauen* Luca, Carla und Linn, die sich im Maschinenraum der Psyche oder auch dem Kraftcenter der Krise – vielleicht auch: einer psychiatrischen Klinik – begegnet sind und nun mehr oder weniger austherapiert auf den nächsten Abschnitt ihres Lebens warten. Also auf das Happy End.

Oder erst einmal auf den Bus, der aber nicht kommt. Die drei haben ihre Wunden begutachtet und bearbeitet (siehe hierzu das Prequel-Stück «glow in the dark!»). Die Wunden, das sind Leid und Traumata, vielleicht Depressionen, vielleicht Burnout, vielleicht Angstzustände, vielleicht aber auch der Kapitalismus oder der Neoliberalismus. Bestimmt aber spürt eine jede die ganze Tristesse der Verletzbarkeit und das komplette Alphabet des Schmerzes in sich. Nicht nur in ihren Seelen, sondern auch in ihren (Frauen-)Körpern, die sich nicht mehr messen lassen wollen mit einer vorgegebenen Norm. Ist Cellulite nicht sogar romantisch?

Zusammengeschweißt zu einer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 156
von Saskia Zinsser-Krys

Weitere Beiträge
Raum des Mehr

Wir muten uns dem Planeten, der Natur, allen anderen Lebewesen so gnadenlos zu, dass ein persönlicher Verzicht eigentlich gar keine Kategorie mehr sein kann. Wir greifen nach immer mehr, wollen immer mehr Macht in allen Bereichen. Wir richten uns in immer höheren Ansprüchen ein, deren minimale Reduzierung uns dann schon als Opfer erscheint. Wirklicher Verzicht...

Bleiben Sie hoffnungsvoll!

Vielleicht sind die Schmerzen morgen weg, wenn sich der Körper erholt hat, wenn er ausgeschlafen ist, wenn das Wetter besser wird, wenn der Stress nachlässt. Doch sie bleiben. Stechend? Glühend? Brennend? Pochend? – Dumpf? Tiefliegend? Krampfartig? Auf einer Skala von 1–10? In Deutschland leiden etwa 17 Prozent der Bevölkerung unter langanhaltenden, chronischen...

Macht sie Ibiza!

Die Film- und Tonsociété Cypressenburg hat schon bessere Tage gesehen. Carl Carl – genannt CC –, legendärer Film- und Mu -sikproduzent und Chef der Firma, muss sein Büro im Orchesteraufnahmesaal einrichten. Das Studio wird umgebaut, und die übergeordnete Holding sucht nach einer neuen Konzernleitung. Es sind Zeiten des Umbruchs in der Unterhaltungsbranche. Wir...