Sechs Bäume in sechs Jahren
Gleich zu Beginn des Jahrtausends hat BP folgende rhetorische Frage mit 250 Millionen Werbeetat ins Rennen geschickt: Sollten wir nicht alle individuell was ändern müssen? Wir, die Konsum-Mäuse, anstelle der großen Player. Ab 2001 jedenfalls konnte maus auf der BP-Website nachrechnen, was für einen Fußabdruck sie täglich hinterließ. So ein Käse! Die großen Unternehmen rechneten nämlich nicht so gerne nach. Stattdessen versuchte sich BP nach allen Regeln der Kunst grünzuwaschen.
Die Initialen standen jetzt auf einmal für «better people», «better products» und «beyond petroleum». Kein Scheiß! Welch ein irres Commitment, die Lüge der Einzelverbraucherverantwortung zu ver -stetigen, während das BP-Logo fortan fromm tat wie ein immergrüner Weihnachtskranz. Inzwischen geben sich die fossilen «Cash Mashines» nicht mal mehr die Mühe, sich ein besseres Wording einfallen zu lassen. Als «Schutzgebiete» werden nun Kohlenstoff schluckende Wälder im globalen Süden eingehegt, aus denen Waldbewohner:innen, die seit Jahrtausenden was von Biodiversität verstehen, verjagt werden. Die eingehegten Emissionsschlucker sollen nun dafür sorgen, dass BP, Shell, Total, ExxonMobil, Chevron und ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 69
von Kevin Rittberger
Tove Appelgren
Honey (piccolo teatro Haventheater Bremerhaven)
Steven Berkoff
Die Verwandlung (Theater Regensburg)
Bahram Beyzaie
Yazdgerds Tod (Schauspiel Köln)
Anna Carlier
Krone (Theater, Oper und Orchester Halle)
Fatima Daas
Die jüngste Tochter (Theater an der Parkaue Berlin)
Tove Ditlevsen
Gesichter (Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin)
Selina Fillinger
...
Die gute Nachricht ist: Es wird wieder über Kritik diskutiert. Im letzten Jahr bei zahlreichen, oft prominent besetzten Veranstaltungen wie dem Kongress «Die Zukunft der Kritik», veranstaltet von Bundeskunsthalle Bonn und Akademie der Künste Berlin, heftiger und öffentlichkeitswirksamer noch angesichts der Hannoveraner «Causa Goecke». Diese Diskussionen sind auch...
Vieles fühlt sich für mich nicht wie «Verzicht» an, sondern eher wie eine Serie von Entscheidungen für ein stressfreieres und gesünderes Leben. «Verzicht» ist ein Wort, das vielen Menschen Angst macht. Die Diskussion um ein klimagerechteres Leben wird meist so geführt, als wäre unser Wohlstand und unser sorgenfreies Leben in Gefahr. Dabei verzichten wir schon heute...
