«Wir wollen gebraucht werden»
Die zehn Jahre der Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus waren ein Test der Fähigkeit zur Resilienz eines deutschen Stadttheaters. Resilienz eines Materials, einer Person, einer Organisation ist die Fähigkeit, nach durch äußere Einflüsse bedingter, vorübergehender Instabilität wieder zum stabilen Zustand zurückkehren zu können. Aber bei einer gesellschaftlichen Institution wie dem Theater kann es nicht die Rückkehr zum alten Zustand sein. Auch scheinbar statische Gesellschaften sind immer im Fluss.
Auch eine Institution wie das deutsche Stadttheater, dem oft Starrheit, Pfadabhängigkeit und ähnliche sklerotische Eigenschaften zugeschrieben werden, ist immer im Fluss. Die wechselnden Fließgeschwindigkeiten kann man am Beispiel des Düsseldorfer Schauspielhauses studieren.
Als Wilfried Schulz seinen Vertrag als Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses unterschrieb, wusste er nicht, was auf ihn zukam: Drei Jahre lang war das schöne Haus nicht bespielbar, eigentlich nur wegen einer Großbaustelle unmittelbar vor dem Haus. Versuchsweise brachte der damalige Oberbürgermeister Geisel sogar den Abriss und Neubau des Hauses in die Diskussion. Schließlich wollte man ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2026
Rubrik: Bilanz, Seite 48
von Gerhard Preußer
Das Puppenheim im Titel ist gestrichen, dafür hat August Bebel den ersten Auftritt und spricht von der Misere der heutigen Ehefrau, aus dem1879 erschienen Text «Die Frau und der Sozialismus». Er ist damit genauso alt wie Ibsens «Nora», die Regisseur Tom Kühnel hier und heute verhandeln will. Das mit dem Sozialismus hat sich überlebt, aber die Misere ist geblieben.
...
Die englische Autorin Rebecca Watson beschreibt in ihrem Debütroman «Little Scratch» (2021) einen ganz normalen Tag im Leben einer jungen Frau, die als Redaktionsassistentin bei einer Zeitung arbeitet. Um 7.30 Uhr läutet der Wecker, sie steht auf, putzt sich die Zähne, läuft zum Bahnhof, fährt ins Büro, setzt sich dort an ihren «beschissenen» Schreibtisch, tauscht...
26.7./SONNTAG
23.15, ARTE: Patrick Swayze – Hollywoods Traumtänzer, USA 2019
Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben von Patrick Swayze nach, der als Schauspieler und Tänzer gleichermaßen prägte und sich früh zwischen Bühne, Film und körperlicher Höchstleistung bewegte. Ausgehend von seiner Ausbildung in New York und den Jahren in der Ballettkompanie folgt der Film...
