«Nicht witzig»
Was hat sie nur? Einen Tumor? Oder leidet sie gar schon an einer frühen Demenz? Ute ist sich im Unklaren – über ihren Körper, ihre Psyche. Doch dann bringt das Ärztehopping doch noch die ersehnte, wenn auch nicht vollends erfreuliche Antwort: Sie ist in den Wechseljahren. Dass das Badische Staatstheater zu diesem Thema ein eigenes Solo-Stück auf den Spielplan gesetzt hat, ist aller Ehre wert, findet doch diese Phase im Leben einer Frau bislang in den wenigsten Dramen Raum.
Passend dazu wählt Susanne Freiling, Regisseurin und Mitautorin des Abends (neben Ute Baggeröhr und Lea Goebel), einen ungewöhnlichen Ort: Wir sitzen in einer Bar inmitten der alternativ-studentischen Südstadt von Karlsruhe. Mit knapp dreißig Besucher:innen also volles Haus!
Anfangs vor der Theke liest die mit Verve von Ute Baggeröhr verkörperte Protagonistin aus ihren Mails an eine K. Sie berichtet von Konzentrationsschwächen, Müdigkeit, Hitzewallungen, von zunehmend anstrengenden Proben auf der Bühne, von Schlaflosigkeit und Nervosität. Und schließlich von der Entscheidung, aus all diesen beschwerlichen Monaten des Umbruchs einen Text zu verfassen. Es sollte «ein Abend gegen mein eigenes Vergessen werden», so ...
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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Björn Hayer
Wer wankt am Ende stärker? Die fünf Zombies am Filmset, die endlich mal einen Film über sich aus eigener Perspektive drehen wollen – oder die neun Schauspielverweigerer mit ihren schultütenhaften Kasperlehüten, die zwischen drei Fotowänden hin- und hertaumeln? Die beiden Kollektive, die Toshiki Okada und Herbert Fritsch am Ballhof 1 und im Schauspiel Hannover...
Nichts sehen, nur hören, hinhören müssen, weil das Auge keine Ablenkung findet in der Dunkelheit. Hören, dass Knochen splittern, Blut aus Wunden sickert, dass Menschen andere foltern, verhöhnen, vergewaltigen. 90 Minuten dauert «Vergeltung», Sebastian Baumgartens Live-Hörspiel eines Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg, mindestens 70 davon ist es dunkel. Wo...
Die Shakespeare-Überschreibung «Sankt Falstaff», die Ewald Palmetshofer im Auftrag des Residenztheaters geschrieben hat und die dort im Januar 2025 uraufgeführt wurde, wird gut nachgefragt. Nach Folgeinszenierungen in Bonn, Oberhausen, Hamburg (Thalia) und Göttingen steht sie nun auch im Burgtheater auf dem Spielplan. Frei nach dem zweiteiligen Königsdrama...
