Wien 2: Antike Statuen

Aischylos «Die Perser»

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Einmal stolpert sie fast, bei ihrem Gang an die Bühnenrampe. Da vorne wird sie die folgenden eineinhalb Stunden ausharren, aufrecht, gespannt wie eine Feder. Erst wenn ihr der Bote die schlechten Nachrichten überbringen wird, verfällt sie. Das Drama dieses Abends spielt sich im Gesicht und Körper der Christiane von Poelnitz ab.

Sie spielt Agossa, die Mutter des Perserkönigs Xerxes, der seine ungeheure Streitmacht in den Krieg gegen Athen geführt hat. Eine Königin mit goldener Schleppe, Gesicht und Haare mit Gold beschmiert.

So verkrustet wie sie sind, könnte man glauben, dass es sich um Schlamm handelt. «Wo, um Himmels Willen, liegt dieses Athen?» fragt sie, und erntet dafür einige der wenigen Lacher an diesem Abend. In ihrem Gesicht zuckt und fackelt es, ein Wetterleuchten wie vor einem ungeheuren Gewitter, das bald näher zieht.

Dabei ist der Sturm, der die Perserflotte hinweggefegt hat, bereits vorbei. Der Grieche Aischylos erzählt in seinem Drama von einem zeitgeschichtlichen Ereignis, das acht Jahre zuvor den Untergang der Perser und den Aufstieg der Hellenen besiegelte. In der Schlacht von Salamis (480 v. Chr.) wurde die zehn- oder vielleicht auch hunderttausende Mann ...

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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Chronik, Seite 65
von Stephan Hilpold

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