Wider die Steigerungslogik
Wir alle wissen: Die Welt wäre ökologisch schon längst und gleich mehrfach gegen die Wand gefahren, würde die gesamte Weltbevölkerung so leben, wie wir es hier in Deutschland tun. Auch ohne dies ist der Aufprall nicht mehr fern und kaum aufzuhalten. Das lässt viele verzweifeln und wenige rebellieren. Und so praktiziere auch ich meine ganz persönliche verzweifelte Nachhaltigkeit: vermeide Müll, esse kein Fleisch, fliege nur noch einmal im Jahr und nehme das Fahrrad zum Theater.
Eben dort, im Theater, wo mein Einfluss in Nachhaltigkeitsfragen etwas größer ist, haben wir schon eine Menge erreicht. Gegenüber 2007 haben wir unseren Stromverbrauch um über 50 Prozent reduziert und arbeiten am zweiten Zertifizierungsver -fahren für Ökoprofit. Das ist eine gute Basis, aber wir wollen weitergehen, haben eine Nachhaltigkeits-AG und Transformationstage ins Leben gerufen, an denen die Belegschaft Strategien für eine bessere Zukunft entwirft. Ach ja, und ich verteidige jederzeit gerne Aktionen der Letzten Generation.
Konsequenter wäre vielleicht, sich generell einer Philosophie des Weniger zuzuwenden – so wie John von Düffel es in seinem neuen Buch «Das Wenige und das Wesent -liche» ausführt. ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 52
von Sonja Anders
Ganz allein für das Kind will sie eine Dampfnudel machen – zur Einschulung, für das große Fest, mit Schul -tüten und ganz viel Süßigkeiten. Saskia übt die berührende Rede vor dem Spiegel, baut verschiedene Pointen und Spannungsmomente ein, und ist selber ganz ergriffen. Doch gibt es zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, bevor die Dampfnudel endlich auf dem...
Am Anfang sind die schönen Bilder. Bilder von paradiesischer Natur, von farbenprächtigen Korallenriffen, von Vögeln, die über den Palmen der Marshall -inseln kreisen. Die Dokumentarfilmerin Schattenmeier ist wütend über diese Bilder, die ihr von der KI gezeigt werden, denn die Inseln sind längst und endgültig im steigenden Meer verschwunden. Und der Blaufußtölpel...
Die frühen Jahre
Ausgesetzt In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren...
