Werkstatt für Sinn
Seit einigen Jahren schon besucht das Wort die Höfe entlang der Allee von Boutsemtenga und spricht auf erleuchteten Stelen vom Leben. Um zu erscheinen, setzt sich das Wort in Szene. Dieses Jahr hat es beschlossen, sich aufzulehnen. Aus dem sumpfigen Verzicht und der Müdigkeit erhebt es sich gegen die Versklavung der Körper und Gedanken.
» Felwine Sarr, der diese Zeilen in einem Geleitwort schreibt, ist Schirmherr des panafrikanischen Theaterfestivals Récréatrales, das alle zwei Jahre in Ougadougou stattfindet und wahrscheinlich das wichtigste im westafrikanischen, frankophonen Sprachraum ist. Zwei Motive, die er nennt, bestimmen den Geist dieses Festivals: die Sprache und das Aushandeln von Gegenwart und Zukunft. Theater ist hier eine kommunale und lustvolle Praxis von Gesellschaften, die sich neu erfinden. Das macht die Energie, die Intensität, die Intelligenz und die Schönheit dieses Festivals aus, das Produktionen aus allen westafrikanischen Ländern zeigt. «Nous dresser» («Richten wir uns auf») steht über der 2020er-Ausgabe. Damit meint der Regisseur und künstlerische Leiter des Festivals Aristide Tarnagda nicht nur die Pandemie.
Als Récreatrales sich 2002 gründete, war das ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: International, Seite 22
von Stefanie Carp
Warum wird im Theaterbetrieb so dringlich über Digitalität gesprochen, als hinge die Zukunft der Kunst davon ab? Aber kaum in Clubs und Konzertlokalen, obwohl die im Gegensatz zu den Theatern tatsächlich sterben? Die einfache Antwort ist: Weil man kann. Weil dafür Geld da ist. Etwas längere Antworten gibt es im Band «Netztheater» von berufener Stelle, denn der...
Die Wege eines Theaterstücks sind manchmal verschlungen. In diesem Fall führt der Umstand, dass die in München lebende israelische Regisseurin Sapir Heller sowohl bereits am Landestheater Schwaben als auch ein Stück von Maya Arad Yasur inszeniert hat (2018 die DE von «Amsterdam» am Münchner Volkstheater) folgerichtig dazu, dass das neue Stück der gefragten...
Was, wenn die Krise kein Zusammenbruch wäre? Keine Katastrophe, sondern der Anfang von etwas Neuem? Was, wenn die Krise eine Gesellschaft überwinden würde, die gebaut ist auf Abwertung, auf Hass, auf Entfremdung? «Sexualisierte Gewalt, Homophobie, Transphobie!», kann alles weg. Und die neue Welt, die dann beginnt, wäre eine aus cooler Musik, aus Zärtlichkeit und...
