Werkstatt für Sinn
Seit einigen Jahren schon besucht das Wort die Höfe entlang der Allee von Boutsemtenga und spricht auf erleuchteten Stelen vom Leben. Um zu erscheinen, setzt sich das Wort in Szene. Dieses Jahr hat es beschlossen, sich aufzulehnen. Aus dem sumpfigen Verzicht und der Müdigkeit erhebt es sich gegen die Versklavung der Körper und Gedanken.
» Felwine Sarr, der diese Zeilen in einem Geleitwort schreibt, ist Schirmherr des panafrikanischen Theaterfestivals Récréatrales, das alle zwei Jahre in Ougadougou stattfindet und wahrscheinlich das wichtigste im westafrikanischen, frankophonen Sprachraum ist. Zwei Motive, die er nennt, bestimmen den Geist dieses Festivals: die Sprache und das Aushandeln von Gegenwart und Zukunft. Theater ist hier eine kommunale und lustvolle Praxis von Gesellschaften, die sich neu erfinden. Das macht die Energie, die Intensität, die Intelligenz und die Schönheit dieses Festivals aus, das Produktionen aus allen westafrikanischen Ländern zeigt. «Nous dresser» («Richten wir uns auf») steht über der 2020er-Ausgabe. Damit meint der Regisseur und künstlerische Leiter des Festivals Aristide Tarnagda nicht nur die Pandemie.
Als Récreatrales sich 2002 gründete, war das ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: International, Seite 22
von Stefanie Carp
TH Seit wann gibt es Themis – die Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt –, was ist es genau, und wie ist es entstanden?
Eva Hubert Seit Mai 2018 gibt es den gemeinnützigen Trägerverein; die Beratung und den richtigen Betrieb haben wir am 1. Oktober 2018 aufgenommen. Themis geht zurück auf eine Initiative des Bundesverbandes Schauspiel, der neben...
Wer Jutta Lampes Mascha in Tschechows «Drei Schwestern» 1984 an der Berliner Schaubühne gesehen hat, wird den Abschied von ihrem nicht mehr heimlichen Geliebten, dem Oberstleutnant Werschinin, kaum vergessen: Wie sie sich, alle Façon von Form und Inszenierung über Bord werfend, Otto Sander an den Hals klammerte, schrie, von den zwei Schwestern mehrfach mit aller...
Schon im Vorwort dräut es ganz gewaltig. Marc Grandmontagne, Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, eröffnet die gerade erschienene neue Theaterstatistik 2018/19 mit stolz-steifen, wenn auch unheilschwangeren Sätzen: Man halte «ein Dokument in Händen, das vermutlich das letzte Mal in gewohnten Fahrwassern eine Entwicklung fortschreibt, die als kontinuierlich...
