Werden, was man tut

Das FIND-Festival der Berliner Schaubühne kreist um zwischenmenschliche Abgründe mit Produktionen von u.a. Kepler-452, Kjersti Horn, Toril Goksøyr, Camilla Martens, Clayton Nascimento und Janaina Leite. Dagegen enttäuscht «Artist in Focus» Katie Mitchell

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Früher oder später werden wir zu dem, was wir tun», erklärt der italienische Theatermacher Nicola Borghesi dem hochkonzentrierten und tief bewegten Publikum. Gemeinsam mit Enrico Baraldi, seinem Kollegen von der Theatergruppe Kepler-452, hatte er im Sommer 2024 eine Seenotrettung im zentralen Mittelmeer begleitet, an Bord der deutschen Sea-Watch 5.

Und auch wenn Borghesi den Satz auf das erschütternde Versagen Europas an seinen Außengrenzen bezieht – «Es ist uns egal, dass das Meer um uns herum ein Massengrab geworden ist» –, wirkt er wie ein heimliches Motto für die diesjährige Ausgabe des FIND-Festivals, das in der Schaubühne Ende April internationale Theaterarbeiten präsentierte. Denn die thematische Kuration wagte sich in diesem Jahr tief in zwischenmenschliche Abgründe der sogenannten Zivilisation hinab: zu Inzest, Mobbing, Selbstmord, Depression, Rassismus und – viel schlimmer vielleicht – dem allgemein vorherrschenden Mangel an Fürsorge und Empathie mit den Opfern.

Plot als Mosaik
Gegen das kollektive Schweigen, das die Voraussetzung für Verdrängung und Tabu ist, hat die norwegische Schriftstellerin Vigdis Hjorth mit dem 2016 veröffentlichten Roman «Arv og miljø» («Ein ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Festival, Seite 34
von Anja Quickert

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