Auf der Kippe

Paula Lew van Well «der mund wenn er kippt ist ein teich» (U) am Landestheater St. Pölten

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Wie queer kann ein See sein? Er hat vielleicht kein Geschlecht, aber auch er kann sich verändern. Und der See, an dem dieses Stück spielt, hat sich dramatisch verändert: Er ist gekippt, Fische gibt es darin keine mehr.

Die Freundinnen Mo (Katharina Rose) und Nadia (Marthe Lola Deutschmann) treffen sich trotzdem noch auf dem Steg, auf dem sie große Teile ihrer Jugend verbracht haben.

Sie erinnern sich an Sommer mit Calippo Cola und Pommes Schranke, und an ihre in Rückblenden auftretende Freundin Seda (Julia Kreusch), die die Mutigste aus der Clique war (sie klaute sogar bei Denn’s!) und vor Jahren beim Versuch, den See zu durchschwimmen, ertrunken ist.

Paula Lew van Well, geboren 1997 und aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, studiert Sprachkunst in Wien, «they» ist das Pronomen der Wahl. Ihr Debütstück hat sprachliche Ambitionen und handelt von queerem Coming-of-Age. Seda geht mit dem – eigentlich von Nadia angehimmelten – Fußballer ins Bett, fühlt dabei aber nix. Mo ist schon nonbinär, als sie noch gar nicht weiß, was das bedeutet: Der Clownfisch, der das Geschlecht wechseln kann, ist ihr Role Model; die kurzen Haare und ihr Hoodie-Style fallen ihrem Vater unangenehm auf. Und Nadia ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Chronik, Seite 65
von Wolfgang Kralicek

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