Die Mitte rutscht nach rechts

Nora Abdel-Maksoud über ihr Stück «Wokey Wokey» an den Münchner Kammerspielen – der vollständige Abdruck in diesem Heft

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Theater heute «Wokey Wokey» trägt sein Thema im Titel. Es geht um eine gescheiterte Neuverfilmung von George Orwells «1984», bei der die Sprech- und Denkverbote mit woken Thesen gleichgesetzt werden. Das Thema verfolgt Sie: Schon 2017 haben Sie im Berliner Gorki Theater ihr Stück «The Sequel» uraufgeführt, in dem es ebenfalls um eine Neuverfilmung von «1984» geht, damals war Identitätspolitik die vermeintlich herrschende Ideologie. Warum das Sequel vom Sequel?
Nora Abdel-Maksoud Das Prequel stand noch aus.

Oder der Spinoff? Ich hatte den Stoff vor zwei Jahren Barbara Mundel für die Münchner Kammerspiele gepitched, gleich nachdem dort mein letztes Stück «Doping» über die FDP und das neoliberale Verständnis von Sorgearbeit herausgekommen war. 2024 war das Jahr, in dem in den USA die Antidiversitätskampagnen stark wurden, und im selben Jahr kam beispielsweise in Bayern das Genderverbot an Behörden. Der Diskurs gegen identitätspolitische Positionen hatte sich da gerade noch einmal beschleunigt und ist so ein mächtiger Impuls in dem Rechtsruck, in dem wir uns gerade befinden, dass ich daran nochmal weiterarbeiten wollte. Denn ich denke, die Kritik an dem, was man heute Wokeness nennt, ...

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Theater heute Juli 2026
Rubrik: Das Stück, Seite 56
von Eva Behrendt und Franz Wille

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