Was von einer perfekten Pommes übrigbleibt
Das ist die Geschichte einer Heimkehr. Wer kennt das nicht, erst einmal sprudeln vor Nostalgie und im zweiten Moment vor der Spießigkeit der unterschiedlichen Rasenmähergeräusche in die Knie gehen. Die Eigenwahrnehmung wird wieder auf Reset gesetzt, zurück in die Kindheit, zurück nach Hause, wo alles beim Alten geblieben ist.
In Fabienne Dürs «Gelbes Gold» kehrt Ana heim und keiner weiß, was sie in ihrer Heimatstadt eigentlich will. Die Studentin steht kurz vor ihrer letzten Prüfung, hat sich sowas wie eine Auszeit genommen.
Julie, Anas Jugendfreundin, fühlt sich nach wie vor verraten, denn Ana ist damals Hals über Kopf aus der langsam aussterbenden Stadt geflohen. Julie weiß, wie sich ihre Stadt verändert hat, als das halbe Land dem Ausverkauf preisgegeben worden war. Schnell wird klar, dass hier der tote Teil des nicht als sanierungswürdig befundenen Ostens gemeint ist. 30 Jahre nach der Wende stirbt einfach ein Landstrich aus, indem Erinnerungsbauten eines ehemaligen Landes abgerissen werden, ohne an die Schicksale ihrer Bewohner:innen zu denken.
Die Investoren des nächsten Outletcenters scharren derweil schon mit den Hufen. Nachdem Ana also gegangen war, lag plötzlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Neue Stücke, Seite 148
von Patricia Nickel-Dönicke
Seine Titel sind oft kryptisch. Überraschend und irritierend. Oder auch nur unverständlich. Clemens J. Setz ist ein Meister der Doppelbödigkeit. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man seinen Hintersinn. So entpuppt sich die unscheinbare Waldrebe, eine schnell wachsende Kletterpflanze, die sich um Bäume rankt, aber auch bei der Begrünung von Gartenzäunen beliebt...
Mit der Liebe war es ja noch nie leicht. Und wohl genau deswegen sind über alle Jahrhunderte hinweg zahllose sprachlich komplexe, teils hoch verdichtete Werke entstanden, die das Literaturthema Nummer eins in Worte fassen und um eine Sprache ringen für komplizierte Gefühls -lagen. Vieles, was über die Liebe und deren handfestere Schwester, die Sexualität, gesagt...
Als ich an diesem zukünftigen Abend ins Theater ging, fiel mir zuerst eine Gruppe auf, die sich vor dem Theater austauschte. Sie waren alt und jung, sprachen angeregt und respektvoll miteinander. Aus Gesprächsfetzen nahm ich wahr, dass es sich teils um dem Theaterbetrieb zugehörige Personen einer Künstlerischen Leitungsgruppe handelte, teils um außenstehende...
