Systemkritik im System

Was heißt Populismus? Zur Rolle des «Volkes» in der Politik Von Kolja Möller

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Weltweit sind Bewegungen und Parteien auf dem Vormarsch, die als populistisch zu kennzeichnen sind. Die einschlägigen Beispiele reichen vom Aufstieg der AfD in Deutschland bis hin zu den Wahlerfolgen des Rassemblement National in Frankreich oder von Donald Trump in den USA. So unterschiedlich die Situation in den Ländern auch sein mag, die jeweiligen Bewegungen sind durch ein gemeinsames Merkmal verbunden. Ihr selbsterklärter Anspruch besteht darin, den «Volkswillen» gegen die «Eliten» und «Funktionäre» zu mobilisieren.

Der Appell an das Volk, das sich gegen die Eliten wendet, bleibt allerdings nicht auf die politische Rechte beschränkt. Die sozialwissenschaftliche Forschung beobachtet schon lange (neo-)liberale, linke oder zentristische Populismen: Sie klagen die ökonomisch Mächtigen im Namen eines inklusiven Volks der Arbeit an (Linkspopulismus), begehren gegen staatliche Regulierungen im Namen der Eigeninitiative eines liberalen Volkes der Selbstunternehmer auf (neoliberaler Populismus) oder wollen einen gemäßigten «gesunden Menschenverstand» gegen die Streitlust rechter und linker Berufspolitiker durchsetzen (populistischer Zentrismus). 

Auch in unserer Gegenwart bleibt der ...

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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Risiko, Seite 34
von Kolja Möller

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