Was auf dem Spiel steht
Hamlet als Schauspiel im Schauspiel ist keine neue Idee. Aber es ist doch bemerkenswert, wie variantenreich Antú Romero Nunes seine sieben Darsteller:innen im Theater Basel erklären lässt, dass alles nur Spiel sei, sie nur Rollen ausfüllen, ihren Text sprechen – «das kann man alles lernen». Immer wieder fragen sie: «Ist das echt oder gespielt?» Und behaupten: «Das ist nicht Kunst! Das macht Sinn.» Selbst Hamlets berühmter Monolog wird entsprechend gesprochen: «Sein oder nicht? (Pause) Sein – das ist die Frage.
» Kaum steht Hamlet auf der Bühne, vor Claudius, seinem Onkel, dem neuen König, dem neuen Mann seiner Mutter, sagt er: «Ich bin so schmal. Die Rolle, die ich spiel’, ist wegsparbar.»
Damit hat er aber unrecht, denn Hamlets Rolle ist immer noch das Zentrum. Gala Othero Winter wirkt wie ein Schwarzes Loch der Melancholie, das ihre Umgebung regelrecht aufsaugt. Sind die anderen immer wieder zu slapstickartigen Szenen aufgelegt, so ist diesem Hamlet gute Laune, jeder Witz von Anfang an fremd. Erst belastet sie die Trauer um den toten Vater. Dann zerrt sie die Aufgabe vollends zu Boden, dass sie den Stiefvater töten soll. Zumal sich immer brutaler die Frage aufdrängt, längst bevor ...
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Theater heute November 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Valeria Heintges
Es treten auf:
Die kleinen Meerjungraun
Marco
Ursu La Saucières
Das Allerleirau
Viele Erdaltraun
Eine richtig gute Suppe mit Fettaugen
An die möglichen Regien und Spieljs:
Identitäten sind nicht egal. Aus welchen Mündern der Text dann kommt, schon eher, aber auch nicht völligst. Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Im Zweifelsfall ernst, aber dafür...
Wenn man in der Literatur auf Heilanstalten trifft, ist Vorsicht geboten. Von Friedrich Dürrenmatt bis zu Thomas Melle reichen allein die genrespezifischen Texte der Spätmoderne, in denen sich die typischen Verhältnisse verkehren und der Wahnsinn längst aufseiten der Behandelnden angekommen ist.
So auch im neuen Stück von Ferdinand Schmalz, das «Sanatorium zur...
Der Einstieg in Ariel Efraim Ashbels neue Produktion «My Kingdom for a Joke» ist sehr komisch. Wobei die Komik darin liegt, dass alle den Witz, sein Script schon kennen: Mit Grandezza schreitet die Performerin Tatiana Saphir durch die Tür, nimmt die Stufen zur Bühne, schnappt sich dort eine mit Tape befestigte Banane, schält und isst sie stoisch. Dabei blickt sie...
