Warten auf die Geschichte
Was beschäftigt Frankreichs Theater gut einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen? Jedenfalls nicht das Kampagnengeschäft der «Présidentielles». Vielleicht sind sie einfach noch zu weit weg, vielleicht liegen die jüngsten heftigen Krawalle und Polizeiübergriffe in der Pariser Banlieue einfach noch zu nahe. Zu den Präsidentschaftskandidaten ist kaum ein Wort zu vernehmen. Dabei hat der Präsident der Republik in Frankreich durchaus nicht bloß repräsentative Funktion, sondern kann – auch in kulturellen Fragen – manches bewirken.
In der Regel beschränkt sich dies allerdings darauf, der eigenen Ära ein Denkmal zu setzen.
Was aber bleibt, stiften in Frankreich gewöhnlich die Architekten. Das futuristische Büroviertel La Défense zum Beispiel, das einst noch Charles de Gaulle im Geiste Jacques Tatis erfand; der nationale Kunsttempel im Beaubourg-Quartier, der Georges Pompidou verewigt; die Grande Arche und die Pyramide im Louvre, die an François Mitterrand erinnern. In den letzten Jahren lassen die Staatslenker ein wenig nach. Nicolas Sarkozy hinterließ mit der «Métro des 21. Jahrhunderts» immerhin noch unterirdisch Großes. Aber der abtretende François Hollande zeigt schon gar keine ...
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Theater heute April 2017
Rubrik: International, Seite 30
von Andreas Klauei
Sie hat Akten durchforstet und ausgewählte Dokumente auf etwas mehr als vierzig Seiten arrangiert. Darunter Briefe Göttinger Juden, Schriftsätze der Industrie- und Handelskammer Göttingen, der Kriminalpolizei und Geheimen Staatspolizei, Inventarlisten, gestelztes Amtsdeutsch des NSDAP-Kreisleiters, Augenzeugenbefragungen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und...
Es gibt sie noch, selbst in unserer überinformierten und ausdiskutierten Welt, Themen, die jeden einzelnen betreffen und über die doch beharrlich geschwiegen wird. Und wenn sich jemand daran macht, mit behutsamer Neugier nachzufragen, wie die deutsch-amerikanische Theatermacherin Karen Breece in ihrer jüngsten Theaterproduktion «don’t forget to die», dann liegt in...
Eva Behrendt Herzlichen Glückwunsch, Ihr erstes Theaterstück «Vereinte Nationen» ist gleich zu den Mülheimer Stücken eingeladen geworden!
Clemens Setz Danke, das freut mich sehr. Das hätte ich gar nicht erwartet, mein Stück ist ja, von den benutzten Technologien mal abgesehen, eher zeitlos.
EB Wirklich? «Vereinte Nationen» erzählt davon, wie ein Vater sich und seine...
