Wann, wenn nicht jetzt
Als She She Pop im vergangenen Jahr mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet wurde, fiel auf der Preisverleihung die Floskel von der «Ankunft im Establishment». Gut möglich, dass die belustigten Performerinnen sie sogar selbst im Mund führten. Doch die Formulierung hatte auch einen bitteren Beigeschmack. Nicht nur, dass die Gruppe das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro durch acht Mitglieder teilen und inzwischen zum Stopfen coronabedingter Löcher benutzen musste.
Auch die Diskrepanz zwischen künstlerischem Erfolg und fortdauernder Prekarität bleibt für die Gruppe ein Thema, das gerade in den letzten Wochen wieder scharf hervortrat. «Wir sind mittlerweile eine Institution, nur ohne Haus», sagt Fanni Halmburger, die sich bei She She Pop besonders für kulturpolitische Fragen engagiert. Und fügt hinzu, dass gerade in den Quarantäne-Wochen der Berliner Senat und die Kulturpolitik ein erfreulich offenes Ohr für die Lage der Freien gezeigt haben.
Zur Zeit erhalten Gruppen wie She She Pop, Rimini Protokoll oder Gob Squad in Berlin eine sogenannte «vierjährige Konzeptförderung für Künstler*innen/Gruppen ohne Ort» (She She Pop 245.000 EUR/p.a., Gob Squad 235.000 EUR/p.a., Rimini ...
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Theater heute August/September 2020
Rubrik: Freies Theater, Seite 24
von Eva Behrendt
«IST DEIN HERUNFTSLAND SICHER?
Nach welche Kriterien?»
Für viele Künstler*innen ist Rassismus nicht erst Thema, seitdem George Floyd umgebracht wurde. Rassismus beginnt nicht bei einem weißen Polizisten, der sein Knie 8 Minuten und 46 Sekunden in den Hals eines Schwarzen Familienvaters drückt, und Rassismus endet da auch nicht. Dazu gibt es viele wichtige...
/ markiert eine unterbrechung
… markiert eine pause
– zeigt an, dass eine neue person spricht
*** markiert den beginn einer neuen szene, in der die besetzung neu gemischt werden kann
♫ kennzeichnet die folgende rede als gesang
im chor sprechen alle, mit der ausnahme der vorrednerin/nen
mindestens 4 spielerinnen
Figuren:
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
ICH
...
Kurz vor Spielzeitende geht doch noch mal was – und die Münchner Kammerspiele, die im rasanten Schlussspurt von Matthias Lilienthals zunehmend erfolgreicher Intendanz vom Virus so abrupt ausgebremst worden waren, sind schon am ersten Tag nach der Corona-Zwangspause gleich mit zwei pandemietauglichen Premieren am Start, deren Probenbeginn noch vor der Krise lag und...
