Von Mannstrümmern und Überlebenskünstlerinnen
Sie erscheint von Anfang an brüchig, die Selbstherrlichkeit, mit der Thomas Schmauser als «Baumeister Solness» noch vor dem Eisernen Vorhang seine Erfolge bilanziert – mit Worten, die Yves Saint Laurent, ein anderer großer, zeitlebens von Depressionen und Selbstzweifeln geplagter Kreativer auf seiner Abschieds-Pressekonferenz wählte: «Jeder Mensch braucht seine ästhetischen Geister im Leben. Ich habe sie gesucht, verfolgt, gejagt. Habe viele Krisen durchgemacht, bin durch viele Höllen gegangen. Ich habe Angst erlebt und furchtbare Einsamkeit.
Ich habe mir diesen fatalen Weg nicht ausgesucht, doch bin ich dank ihm in einen Himmel des Schöpferischen emporgestiegen, […] habe mich gefunden und schließlich begriffen: die wichtigste Begegnung im Leben ist die Begegnung mit sich selbst.»
Damit legt Regisseurin Felicitas Brucker die Spur einer Künstlerbiografie in ihre Ibsen-Inszenierung, die im Lauf des Abends jedoch wieder etwas verwischt, wenn es vor allem um toxische Beziehungen, um Ausbeutung, Manipulation und den verdrängten Missbrauch einer Minderjährigen durch einen egozentrischen Machtmenschen geht – bis zum expliziten Zitat «Die Scham muss die Seite wechseln» von Gisèle Pelicot ...
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Theater heute Januar 2025
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Silvia Stammen
«Eine Irre bist du, eine Trudnerin», brüllt ein ungnädig-frustrierter Schwiegersohn (Jeremias Beckford) über die Studiobühnen-Rampe des Bamberger ETA Hoffmann Theaters. Und es dauert nicht lange, bis er die Adressatin der Beschimpfung – seine verhasste Schwiegermutter, die in Gestalt der Schauspielerin Martina Dähne zu diesem Zeitpunkt noch unerschrocken-tough...
Im Englischen beschreibt das schöne Wort «overstuffed» bemerkenswert unterschiedliche Zustände. Es kann sich ganz materiell etwa auf ein Regal beziehen, dessen Bretter unter der Last zu vieler Dinge durchhängen. Positiv gewendet mag aber auch ein besonders komfortabel gepolsterter Sessel so beschrieben werden, und auch ein Buch ist «overstuffed», wenn es zu viele...
AACHEN, GRENZLANDTHEATER
11. Kara, Kindermann und Sipal, Istanbul – ein Sezen Aksu Liederabend
R. Christoph Biermeier
AACHEN, THEATER
17. Güçyeter, Unser Deutschlandmärchen
R. Antigone Akgün
18. Fischer und Ensemble, Oppenhoff (U)
R. Florian Fischer
ALTENBURG/GERA, THEATER
17. Goetz, Hokuspokus
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ANNABERG-BUCHHOLZ, ERZGEBIRGISCHE THEATER
18. Moffat,...
