Von Kriegsverlierern und Aufbauprofiteuren
Immer wieder wird darüber geklagt, dass zu viele Romane als Dramen auf die Bühnen kommen. Bitte sehr: Hier hätten wir endlich einmal den umgekehrten Fall! Christoph Nußbaumeder hat sich sein ohnehin schon voluminöses Stück «Eisenstein» (2010 uraufgeführt in Bochum) vorgenommen und daraus ein wuchtiges, knapp 700-seitiges Prosawerk gemacht. Aus einer Szenenfolge, die den Zeitraum zwischen 1945 und 2008 umfasste, wurde mit «Die Unverhofften» eine Familiensaga, die nun bereits 1899 einsetzt und bis in unsere direkte Gegenwart reicht.
Aber da ist mehr als nur die Ergänzung durch Vor- und Nachgeschichte: Nußbaumeder ist eine atmosphärisch dichte, mit langem Atem erzählte Adaption seiner Vorlage gelungen. Das Theater war der Trailer, hier ist die ganze Geschichte.
Schon in «Eisenstein» stand am Anfang einer fatalen Entwicklung nur eine kleine Lüge. Um die Kriegsnot zu überstehen, wird der eigentlich uneheliche Georg dem reichen Fabrikbesitzer, der mit der Magd und Mutter ein heimliches Techtelmechtel hatte, als sein Kind untergeschoben. In dessen wirkliche Tochter Gerlinde aber verliebt sich Georg – Blutschande wäre die Folge dieser Verbindung, weshalb die beiden mit aller Macht ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Bücher, Seite 44
von Bernd Noack
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Das Tal des Todesschattens, der über diesem Abend im Gorki Theater liegt, ist blendend weiß. Vier alarmbewehrte Stufen führen zum Spielfeld, das ein Vorfeld ist. Dahinter, versteckt hinter weißen Schnüren, liegt verschwommen eine Intensivstation, aus der Beatmungsgeräusche dringen (Bühne: Magda Willi). Wir sind im aerosolgesicherten Corona-Theater, und sein Hüter...
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2. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
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10. nach den Gebrüdern Grimm, Rumpelstilzchen
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R. Karl Georg Kayser
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