Von einem, der auszog und das Fürchten nicht lernte

Marcel Heuperman hatte am Münchner Residenztheater einen Lauf und zieht nun mit Martin Kusej weiter an die Wiener Burg

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Ein glatter Typ, der sich auf den ersten Blick einordnen lässt, ist er sicherlich nicht – ein Hingucker aber in jedem Fall. Schwerer Junge mit hartem Kern oder doch eher Lausbub mit Flausen im wuscheligen Kindskopf? Dann aber auch wieder souverän und selbstbewusst, wie man es bei einem 24-Jährigen nicht ohne Weiteres erwarten würde. Seit 2015 gehört Marcel Heuperman zum Ensemble des Münchner Residenztheaters und hat in dieser Zeit mit zahlreichen Rollen ein beachtliches spielerisches Register gezeigt.

Einen autoritären Fiesling wie Herzog Alba in Martin Kusejs sprachkonzentriertem «Don Karlos» kann er ebenso wie den beflissen-brutalen Mordbuben Catesby in Michael Thal­heimers düsterer Blutorgie «Richard III.» Als pädophiler Avatar in Jenni­fer Haleys Internet-Thriller «Die Netzwelt» irritiert er mit einer sanften, dandyhaften Versponnenheit, und dann spielt er wieder ganz gerade her­aus ein verzweifelt und störrisch pubertierendes Arbeiterkind in einem Volksstück von Franz Xaver Kroetz. Es ist diese flackernde Vielseitigkeit, die einen als Zuschauer zweimal hinschauen lässt, immer wenn man ihm auf der Bühne begegnet. Man könnte es auch eine unbändige Leben­digkeit nennen, die ...

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Theater heute Juni 2019
Rubrik: Akteure, Seite 24
von Silvia Stammen

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