Freie Szene Hamburg: Tröpfchenweise Wermut

Das Hamburger Szenefestival Hauptsache Frei zwischen Mainstream und Prekariat

Der Freien Szene Hamburgs geht es nicht gut. Grundsätzlich arbeitet man im freien Theater unter ökonomisch prekären Bedingungen, Bedingungen, die sich in der Hansestadt freilich noch einmal verschärft zeigen – wegen der hohen Lebenshaltungskosten sowie der schwierigen Förderbedingungen, gerade im Vergleich zu Berlin. Zudem leidet Hamburg seit einigen Jahren unter einem Image der Uncoolness.

Wichtige Vertreterinnen der Szene wie Monika Gintersdorfer und Showcase Beat Le Mot sind abgewandert; wer an der Elbe bleibt, muss sich die Frage gefallen lassen – weswegen eigentlich?

Allerdings ist Hamburg natürlich nicht kunstfrei. Mit der Theaterakademie Hamburg und dem Studiengang Performance Studies an der Universität gibt es Ausbildungsstätten, die für einen stetigen Nachschub an jungen Kunstschaffenden sorgen. Und der sucht Auftrittsmöglichkeiten. Die er nicht findet, weil: Mietpreise, Förderproblematik, siehe oben. Zudem steht in Hamburg zwar mit Kampnagel das mit Abstand größte Produktionshaus der Republik, die Freie Szene beklagt allerdings zu Recht, in den riesigen Hallen kaum zum Zuge zu kommen. Und kleinere Off-Theater wie das traditionsreiche Monsun und das Sprechwerk bleiben da ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2019
Rubrik: Magazin, Seite 61
von

Weitere Beiträge
Zurichtungen in die Ordnung

Astronomie gehört nicht unbedingt zu den Stärken des abgehalfterten Filmstars Alexandra del Lago, die sich aus Angst vor Alter und Abstieg gern auf den «Mond, einen toten Planeten» zurückgezogen hätte. Aber Regisseurin Claudia Bauer hat trotzdem verstanden, was gemeint ist: Gleich zu Beginn hängen vier vereinzelte weiße Ballons im Bühnenhimmel, darauf projiziert...

Politische Kapriolen, fabelhafte Fluchten

Vor zwei Jahren stand in Heidelberg ein 64-Jähriger vor Gericht, dem Amtsanmaßung, Titelmissbrauch und versuchte Nötigung in mehreren Fällen vorgeworfen wurde. Der Mann hatte sich als Bürgermeister ausgegeben und honorige Heidelberger erpresst: Er verlangte von ihnen Irrsinnssummen, wenn sie ihm nicht eine beglaubigte «Gründungsurkunde» der Bundesrepublik...

Ulrike Syha: DRIFT

Figuren:

Der Architekt
Der Kellner
Er
Die Mitte der Gesellschaft (Drei Damen mit Haltung)
Eine Frau, die eigentlich nicht hier sein sollte
und
Der ganze Rest


Der ganze Rest
kann live oder auch nur im Video-Format auftreten. Eine Frau, die eigentlich nicht hier sein sollte wäre in letzterem Fall nur Off-Stimme im Video. Die physische Anwesenheit der betreffenden...