Verhältnisse unmerklich verschieben

Die Schauspielerin Rosa Lembeck hat vier Jahre Freiheit und Selbstbehauptung an der Berliner Volksbühne hinter sich – ein Porträt

Theater heute - Logo

MANCHE LACHEN / KEINER WEINT», haben sie an der Volksbühne plakatiert, als ihr Intendant René Pollesch plötzlich und viel zu jung im Februar 2024 verstarb und man sich seiner Tränen eigentlich nicht schämen musste. Aber das trockene Kontern von Situationen und die betonte (vielleicht auch nur mühsam abgerungene) Coolness gehören zur DNA dieses Hauses. Wenn man als Journalist hier an der Volksbühne fragt, was es über eine Kollegin zu erzählen gibt, kriegt man gern mal nüchtern zurück: «Ich kann keine Schlagzeilen bieten.

» Also besser Klappe halten und weitergehen oder halt selbst hinschauen. Denn alles Drama gehört auf die Bühne.

Wer an einer solchen Bühne, deren Nimbus den halben Theaterhimmel umspannt, seine erste große Schauspielstation absolviert, der geht entweder bitterlich unter oder ist gestählt fürs Leben. Bei Rosa Lembeck würde ich auf Letzteres wetten. Die gebürtige Remscheiderin (Jahrgang 1995), die sich bis 2020 an der Theaterakademie Hamburg zur Schauspielerin ausbildete, kam – nach einem einjährigen Warm-up am Theater Basel – pünktlich zum Start der Intendanz von René Pollesch nach Berlin. Von der Schauspielschule gecastet auf Vermittlung von Martha von Mechow.

Polle ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2025
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Christian Rakow

Weitere Beiträge
Im Taumel der Zeitenwende

Es schleicht umher, es lauert in den Ecken, es lässt sich nicht aufhalten: das Störgefühl, dass sich etwas anbahnt – ein ungebetener Gast, der durch die Tür spaziert, bevor man ihn überhaupt hineingebeten hat. Das Residenztheater eröffnet die Saison mit zwei Stücken, die sich vor der Kulisse historischer Kipppunkte abspielen: Ödön von Horváths «Kasimir und...

Kulturelle Rundumversorgung

Man nehme: einen Schauspielstar (Lars Eidinger). Einen internationalen Star-Choreografen (Serge Coulibaly). Internationale Evergreen-Superstar-Musik (Frank Sinatra und Nina Simone). Und fertig ist der Publikumsknaller! Mag sich Ivo van Hove zur Planung der zweiten Spielzeit seiner Ruhrtriennalen-Intendanz gedacht haben. Doch leider ist das Rezept, welches dem...

Kim de l’Horizon: Die kleinen Meerjungraun

Es treten auf:
Die kleinen Meerjungraun
Marco
Ursu La Saucières
Das Allerleirau
Viele Erdaltraun
Eine richtig gute Suppe mit Fettaugen

An die möglichen Regien und Spieljs:

Identitäten sind nicht egal. Aus welchen Mündern der Text dann kommt, schon eher, aber auch nicht völligst. Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Im Zweifelsfall ernst, aber dafür...