Über Buhmann gespielt
Wer sich in seinem Weltbild eingerichtet hat – und wer hätte das in gewisser Weise nicht –, sucht nicht unbedingt oft Gelegenheit, mit Verfechtern anderer Entwürfe darüber zu diskutieren. Dabei bleibt argumentatives Sparring mit Andersgesinnten – es muss gar nicht bis zur Extremdisziplin «mit Rechten reden» gehen – wichtig, um den eigenen Blick zu schärfen, vielleicht sogar zu erweitern.
Die kanadische Dokumentartheatergruppe Porte Parole aus Montreal hat dazu 2017 mit «The Assembly» ein Performanceformat auf der Basis einer inszenierten Gesprächsrunde erfunden, das bereits in verschiedenen Städten umgesetzt und nun von den Münchner Kammerspielen als «wirklichkeitsnahes Schauspiel» in der Regie von Chris Abraham zunächst analog produziert und dann in eine Hybridform aus aufgezeichnetem Video und Live-Sequenzen digitalisiert wurde.
Wortführer sind vier aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenshintergründe und -anschauungen ausgewählte Münchner*innen, die im Sommer 2020 von den Schauspielerinnen Annette Paulmann und Wiebke Puls zu einem Essen mit moderiertem Gedankenaustausch eingeladen wurden. Das Transkript der Konversation bildet die Grundlage des Reenactments, das in der ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 44
von Silvia Stammen
«Werther», das ist ja nur in zweiter Linie der Roman einer großen Liebesverirrung bis zum Selbstmord. Klassisch wurde Goethes Blockbuster vor allem als Dokument einer Medienrevolution. Wer von «Werther» spricht, spricht immer auch vom «Werther»-Fieber, von der empfindsamen Buchkultur, an der sich das Gemüt des Helden und seines Publikums entflammte. «Werther» ist...
3./MITTWOCH
23.15, 3sat: Eine verhängnisvolle Nacht
Thriller (Deutschland 2013) von Miguel Alexandre, mit Silke Bodenbender, Matthias Brandt, Jella Haase, Dustin Raschdorf, Ulrike C. Tscharre, Rolf Becker u.a.
6./SAMSTAG
23.15, 3 sat: Macbeth
Spielfilm (Frankreich 2015) von Justin Kurzel, mit Michael Fassbender, Marion Cotillard, David Thewlis, Paddy Considine u.a.
Ich habe es nie verstanden, als sie einmal zu mir sagte, sie wolle nie wieder das Land betreten, in dem sie geboren wurde. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf. Ich wusste nicht, ob es schlicht eine Flucht war, ob es ums Überleben ging, oder ob es nur der Versuch war, einen Schlussstrich zu ziehen. Oder machte es am Ende doch Sinn, nie wieder nach Hause...
