Über Buhmann gespielt
Wer sich in seinem Weltbild eingerichtet hat – und wer hätte das in gewisser Weise nicht –, sucht nicht unbedingt oft Gelegenheit, mit Verfechtern anderer Entwürfe darüber zu diskutieren. Dabei bleibt argumentatives Sparring mit Andersgesinnten – es muss gar nicht bis zur Extremdisziplin «mit Rechten reden» gehen – wichtig, um den eigenen Blick zu schärfen, vielleicht sogar zu erweitern.
Die kanadische Dokumentartheatergruppe Porte Parole aus Montreal hat dazu 2017 mit «The Assembly» ein Performanceformat auf der Basis einer inszenierten Gesprächsrunde erfunden, das bereits in verschiedenen Städten umgesetzt und nun von den Münchner Kammerspielen als «wirklichkeitsnahes Schauspiel» in der Regie von Chris Abraham zunächst analog produziert und dann in eine Hybridform aus aufgezeichnetem Video und Live-Sequenzen digitalisiert wurde.
Wortführer sind vier aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenshintergründe und -anschauungen ausgewählte Münchner*innen, die im Sommer 2020 von den Schauspielerinnen Annette Paulmann und Wiebke Puls zu einem Essen mit moderiertem Gedankenaustausch eingeladen wurden. Das Transkript der Konversation bildet die Grundlage des Reenactments, das in der ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 44
von Silvia Stammen
Wolfgang Schuch verdanke ich seit langem schon sehr viel. Sein Verlust berührt mich tief, insbesondere weil er einer der ersten Theaterleute außerhalb Kataloniens war, der sich für unsere Dramatik interessierte, sie verstand und wertschätzte. Was gleichermaßen auch für unsere Sprache gilt, für unsere ganze Art, zu sein und zu handeln, für die katalanische Kultur....
Klaus Dermutz Frau Lampe, Sie wurden in Flensburg geboren. Was machten Ihre Eltern?
Jutta Lampe Meine Mutter war auch in Flensburg geboren worden. Mein Vater war bei der Marine. Wir zogen 1939/40 nach Kiel, weil er dorthin musste. Mein Vater ging in den Krieg. Er war wenig, wenig zu Hause. Ich war das erste Kind, nach eineinviertel Jahren kam schon mein Bruder. Und...
Wenn einer in die Eckkneipe wankt und lauthals «Ich bin nicht Hamlet!» nölt, dann wird es sich der Wirt zweimal überlegen, ob er ihm noch einen Schnaps gibt oder nicht. In der «Wartburg» in Jena aber schiebt Rolfe hinter der Theke gleich das Bier hin, und die Stammgäste warten nur darauf, dass der Monolog nun anhebt. Ob der von Heiner Müller ist oder sonstwem,...
