Ein Stück Aufklärung
Nun sind die Theater wieder geschlossen und niemand weiß, ob sie in diesem pandemischen Winter wieder ihre Türen werden öffnen können. Eine geeignete Sofa-Lektüre für Theaterliebende als Überbrückungshilfe: die bislang zweiteilige Reihe «Postdramatisches Theater in Portraits», die im Alexander Verlag erscheint. Kleine, handliche Bändchen für Liebhaber*innen und Schwelger*innen, die das so flüchtige postdramatische Theater in Reflexionen gießen und Erinnerungen mit Fotografien ausstaffieren.
Wobei das Benennen und Bezeichnen als «postdramatisch» kein vorrangiges Bedürfnis der Künstler*innen war oder ist: «Wir dachten, es ist uns eigentlich egal, wie ihr das nennt. Für uns war es etwas zwischen Theater, Live Art, Performance Art und Happening, und wir haben das gemacht, womit wir sagen konnten, was wir sagen wollten», zitiert Aenne Quinones Sarah Thom von Gob Squad.
Zentral geht es in der neuen Buchreihe darum, Gruppen der sogenannten Freien Szene sichtbarer zu machen, ihre jeweilige Geschichte aufzuarbeiten oder systematisch zu erzählen und mit ihr die Entstehung neuer Theaterformen und -sprachen in den letzten zwanzig, dreißig Jahren, über deren Produktionsweisen und ...
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Theater heute Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Esther Boldt
Dorothea Marcus Wie funktioniert es rein praktisch, in Corona-Zeiten in Belgien Intendant zu sein und in Köln zu wohnen?
Milo Rau Viel besser als ohne Corona in jedem Fall, weil man mehr zu Hause ist.
DM Die Familie freut sich – aber gilt das auch für das NT Gent?
Rau Unser Theater ist seit November geschlossen, wir proben nur. Die Saison beginnt Ende März, wir...
Emilia heißt das Neugeborene, dessen Kollektiv-Co-Mutter ich gerade geworden bin. Ihr Geschlecht hat ein Zufallsgenerator bestimmt. Zuvor wurden wir, das Online-Publikum von Interrobangs theatraler Zoomkonferenz «Livestream: Familiodrom», nach der Intensität unseres Kinderwunsches und dem sozio-ökonomischen Milieu befragt, in das das potenzielle neue Leben...
Ich habe es nie verstanden, als sie einmal zu mir sagte, sie wolle nie wieder das Land betreten, in dem sie geboren wurde. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf. Ich wusste nicht, ob es schlicht eine Flucht war, ob es ums Überleben ging, oder ob es nur der Versuch war, einen Schlussstrich zu ziehen. Oder machte es am Ende doch Sinn, nie wieder nach Hause...
