Theaterstrukturdebatte: Der Qualitätsoptimierer

Thomas Schmidts «Theater, Krise und Reform» rettet das deutsche Theatersystem und schafft die Kunst ab

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Alle kennen seit über 20 Jahren das große Theaterkrisenszenario: Eine überforderte Kulturpolitik sorgt bei angespannten kommunalen Haushalten unter abnehmender öffentlicher Theaterbegeisterung für hohen Spardruck, der durch immer mehr Produktionen ausgeglichen werden soll und spätestens dann in die strukturelle Unterfinanzierung mündet, wenn über Jahre Tarifsteigerungen nicht ausgeglichen werden. Am Ende stehen schrumpfende künstlerische Etats, drohen Personalkürzungen und möglicherweise Spartenschließungen.

Alles schon vorgekommen und unrühmlich bekannt von Wuppertal bis Rostock. Kommende Haushaltssperren in Zeiten der Schuldenbremse könnten das Szenario noch verschärfen. Dergleichen ist nicht neu, aber eine Lösung außer hinhaltendem Widerstand nicht wirklich in Sicht.

Was also tun? Thomas Schmidt, ehemaliger Geschäftsführer des Weimarer Nationaltheaters und Professor für Theater- und Orchestermanagement an der Hochschule für Darstellende Kunst in Frankfurt, hat auf 465 Seiten eine «Kritik des deutschen Theatersystems» verfasst und ihm ein Reformpaket verschrieben. Es sieht die üblichen organisatorischen Betriebsoptimierungen vor, deren Ertrag von Fall zu Fall unterschiedlich ...

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Theater heute Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Franz Wille

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