Neue Stücke · Aufführungen
Neue Stücke
Die Reformation feiert Geburtstag – ein Jubiläum, dessen sich das Theater voller Dankbarkeit annimmt. Im Kernland der radikalsten Spielart des Protestantismus, des Pietismus nämlich, erklärt Pädagoge und Dramatiker Jörg Ehni noch einmal, wer «Luther!» war: Die Württembergische Landesbühne Esslingen inszeniert die UA als Freilichtspektakel.
«Wir sind Luther», behauptet forsch der Theatermacher Marc Becker in seiner heiteren Blütenlese aus Anekdoten und Zitaten, die auf dem Marktplatz Marburg droht, getoppt nur von Thomas Zaufkes und Michael Heissigs Pop-Musical «Luther. Zwischen Liebe, Tod und Teufel» an der Odertalbühne Schwedt, wo Leben und Wirken des Junker Jörg den Uckermärkern mit «leidenschaftlichem Tanz und heißer Feuershow» eingebläut wird. Das Staatstheater Mainz hält präreformatorisch dagegen: «Ich schlief mit Gott» heißt Katja Brunners Stück über Hildegard von Bingen, die berühmte Nonne vom Rhein (R. Marco Storman). Bei den Mannheimer Schillertagen zeigt Signa eine neue Spielinstallation («Heuvolk») und Oliver Frljic eine neue Performance: «Second Exile». Andras Dömötör inszeniert «Your very own Double Crisis Club» der jungen Israelin Sivan Ben Yishai am ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2017
Rubrik: Daten, Seite 62
von Red.
Am Anfang war die Fehlbeleuchtung. Ein fahriges Flackern, ein irrendes Licht. Helle Flecken, die dem konturlosen Dunkel der Weltbühne abgerungen scheinen, sich bei aller Zufälligkeit doch ordnen und damit so etwas wie den Beginn einer Zeitrechnung markieren. Den Beginn einer Geschichte allemal, in der das nordfranzösisch-belgische Duo Halory Goerger und Antoine...
Die Geschichte, in die Yamila Hanna Bach während ihrer Forschungsreise im Nahen Osten gerät, ist wirklich sehr merkwürdig. Die deutsche Mikrobiologin wird in Martina Clavadetschers Siegerstück der 4. Essener Autorentage «Stück auf!» nämlich gegen ihren Willen zur Protagonistin einer bizarren Neuerzählung der biblischen Parabel von Lot. Eigentlich wollte sie nur...
«Es gibt nichts zu verstehen, aber viel zu erleben.» Der Spruch prangte schon am Eingang zu Kay Voges’ «Borderline Prozession». Nun hat er seinen angemessenen Platz gefunden auf der Übertitelungsschiene zu seiner Inszenierung von «Einstein on the Beach». Philip Glass und Robert Wilson waren sich 1976 darin einig, dass Kunst keine Erzählung irgendeiner Geschichte...
