Theater und Wirklichkeit in Russland

Das Moskauer Teatr.doc will einen Film zur Revolution auf dem Maidan zeigen und wird vom Kulturministerium überfallen. Wo war die Bombe?

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Am 30. November 2014 fanden in den Räumen des Teatr.doc im Moskauer Stadtzentrum, wo man gerade den ukrainischen Film «Stärker als Waffen» über die Ereignisse auf dem Maidan zeigen wollte, eine Hausdurchsuchung und ein Überfall statt. Den Film zu zeigen, gelang nicht. Die sich daran anschließenden Ereignisse erreichten beinahe Hollywood-Dimensionen, allerdings eher die eines schlechten Thrillers, dessen Autor sich keine Mühe gegeben hat, die Handlungsstränge miteinander zu verbinden. Unvermittelt platzten Ordnungshüter in den Saal des Teatr.doc und riefen, eine Bombe sei im Gebäude.

Während die Zuschauer auf die Straße getrieben wurden, durften die Bewohner des Hauses, in dessen Keller sich das Teatr.doc befindet, in ihren Wohnungen bleiben. Danach verbarrikadierten sich die Minenräumer etwa zwei Stunden lang in den «verminten» Räumlichkeiten, nicht um nach einer Bombe, sondern um im vorgefundenen Filmwerk nach verborgenem Extremismus zu forschen – und damit nach möglicherweise versteckt-kriminellen Handlungen des Theaters. Sie suchten – und fanden nichts. Dafür gingen einige Requisten des Theaters kaputt, und die Nerven der Versammelten hatten ordentlich zu leiden.

Am nächsten Tag ...

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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Marina Davydova:

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