Die Zeitenwende

Die überraschende Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten stellt die amerikanische Theaterszene vor neue Fragen – ein Stimmungsbild nach der Wahl

Es hat nicht lange gedauert. Zehn Tage, um genau zu sein. Zehn Tage, in denen die Ergebnisse der amerikanischen Wahlen Schockwellen durch die westliche Welt schickten; zehn Tage, in denen der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump Rassisten und Antisemiten auf die wichtigsten Posten im Weißen Haus berief; zehn Tage, in denen er deutlich machte, dass seine Regierung nichts weniger als einen Frontalangriff auf das liberale Amerika der vergangenen acht Jahre plant.

Zehn Tage, bis Donald Trump und sein designierter Vizepräsident Mike Pence eine Kontroverse um das Broadway-Musical «Hamilton», das kulturelle Aushängeschild der Obama-Ära, entfachten und dafür sorgten, dass das amerikanische Theater so viel negative mediale Aufmerksamkeit bekam wie schon seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Von nun an konnte niemand mehr daran zweifeln, dass die zukünftige Regierung in ihrem Feldzug für die ideologische Neuorientierung Amerikas auch die Welt von Kunst, Theater, Literatur und Popkultur unter Beschuss stellen wird. 

Mike Pence war als Gouverneur Indianas für seine ultra-konservative Politik bekannt geworden. Schwule Männer sollten in seinem Bundesstaat zur ...

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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Theater mit Trump, Seite 4
von Daniel Schreiber