Luzern: Zone W
Wenn Autoren ihre Wohlstandsheimaten durchbuchstabieren, fällt das in der Regel wenig schmeichelhaft aus. Da bildet die Zürcher Dramatikerin Katja Brunner keine Ausnahme, die der Schweiz unter dem Titel «Man bleibt, wo man hingehört, und wer nicht bleiben kann, gehört halt nirgends hin oder: Eine arglose Beisetzung» eine Art Sündenregister erstellt.
Außergewöhnlich ist bestenfalls die Form: Brunners alpenländischer Verfehlungskatalog reicht tatsächlich von «A wie Anna Göldi» (die als eine der letzten Frauen in Europa der Hexerei bezichtigt und noch 1782 hingerichtet wurde) bis zu «Z wie Zwang». Zwischendurch empfiehlt sich «D wie Dagobert Duck» als Schweizer «Durchschnittsbürger» oder wird «I wie interkultureller Austausch in Form von Afrikapfingsten» vermutlich zu Recht als eurozentristisches Komplettmissverständnis gebashed. (Wobei «X wie Xenophobie» natürlich nur entsteht, «weil es hier so klein ist und gut».)
Abgesehen von diesen 26 verbalen Schweiz-Polaroids, die im Laufe des Abends mehr oder weniger vorbeihuschen (und in Christina Rasts Urinszenierung tatsächlich von einem stilecht katholischen Dorfschulcharme verströmenden Rednerpult aus ins Publikum ...
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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Christine Wahl
Der steirische Schriftsteller Peter Rosegger (1843–1918) war zu Lebzeiten ein internationaler Bestsellerautor und Nobelpreiskandidat. In der Steiermark ist er ein literarisches Nationalheiligtum, bis heute wird seine das Landleben verklärende Prosa («Als ich noch der Waldbauernbub war») touristisch vermarktet. Inwiefern Rosegger, dessen Texte auch vom ...
Daten
Aachen, Grenzlandtheater
31. Delaporte und de La Patellière,
Das Abschiedsdinner
R. Udo Schürmer
Aachen, Theater
19. Projekt, Eine Handvoll
R. Robert Seiler
27. Miller, Alle meine Söhne
R. Michael Helle
28. Nicht mit uns! – Zauberland
ist abgebrannt
R. Florian Hertweck
Aalen, Theater der Stadt
11. Stamm, Agnes
R. Tonio Kleinknecht
Altenburg...
Nicht wirklich lustig, vier Tage nach der Schockstarre, in die die US-Wahlen geführt hatten, lustig sein zu wollen. Mit einem Stück, in dem es um einen Egoisten geht, der der Frau seines Freundes in den Schritt greift und alle Prinzipien lustvoll über Bord wirft, wenn es ihm nützt. Der Egoist heißt Johann Fatzer, ersonnen hat ihn Bertolt Brecht vor knapp 90...
