Theater mit «rückgratartiger Funktion»
Ich passe doch durch keine Tür», das war seine Antwort auf die Frage, ob er nach dem Ende seiner Bochumer Intendanz noch eine weitere anstrebe. Gemeint war, «die haben alle Angst vor mir». Diese Mischung aus Selbstsicherheit, Selbstironie und Anklage war typisch. Er war ein Mensch von großem Format. Die Türen der deutschen Theater hat er immer wieder eingerannt, so kam er durch. Und manchmal blieb er im Türrahmen hängen.
Begonnen hat er in Hamburg 1963 beim Studententheater der Universität, das von Claus Peymann geleitet wurde, dessen Nachfolger er dann später als Intendant in Bochum wurde. Aus Norddeutschland kam er, auch wenn er in Berlin wohnte. «Ich bin ein eingefleischter norddeutscher Protestant. Das geht auch nicht mehr weg», sagte er in einem Gespräch. Die sperrigen Autoren aus dem verregneten deutschen Norden blieben auch sein Spezialgebiet: Ernst Barlach, Hans Henny Jahnn, Friedrich Hebbel. Das sind Autoren, deren Stücke nicht einfach so auf die Bühne gestellt werden können, man muss an ihnen arbeiten. Das war Steckels Faible: die Orientierung, die ein Text anbietet, herausarbeiten, in eine Form bringen. Und dann passierte auch manchmal, was Steckel über seine ...
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Theater heute März 2024
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Gerhard Preußer
Die OP läuft unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein runder Vorhang schirmt sie nach außen ab. Der Assistenzarzt aber gönnt uns einen Blick ins Allerheiligste, der Vorhang öffnet sich. Da sehen wir ihn liegen, den armen Poch, Diagnose: totale Erschöpfung. Mehr weiß man nicht, aber operieren muss man doch. Wie wäre es mit einer Transplantation des Kopfes auf einen...
Herzlich willkommen in meiner Kolumne. Schön, dass Sie es in den zweiten Satz geschafft haben. Ich war mir bei dem Titel nämlich wirklich nicht sicher. Meinen inneren Zweifeln und verantwortungsbewussten Ansprüchen zum Trotz wollte ich ihn aber unbedingt stehen lassen. Denn in ihm spiegelt sich die Quintessenz dieser Kolumne. Warten Sie ab.
Im Dezember hörte ich...
BERLIN, C/O BERLIN bis 22.5., Valie Export. Retrospektive
Expanded-Cinema-Aktionen, Performances, Konzeptfotos, multimediale Installationen und urbane Interventionen der feministischen Medien- und Performancekünstler:in Valie Export (*1940), die zwischen 1966 und 2009 entstanden sind, darunter «Tapp und Tastkino» (1968), eine frühe Expanded-Cinema-Aktion, bei der...
