Theater der Generationen
Das Theater der Jugend ist das Burgtheater der kleinen Leute. Für viele Wiener Bürgerinnen und Bürger zwischen sechs und 14 Jahren gehört ein TdJ-Abo einfach dazu, jedenfalls sehen ihre Eltern das so. Die Zahlen sind entsprechend eindrucksvoll: Seine 251.500 Besucher (Spielzeit 2015/16) werden in Wien nur von den Großbühnen übertroffen, mit den 40.000 Abos (Stand: November 2016) können nicht einmal die mithalten. Zumindest im deutschen Sprachraum ist das Theater der Jugend die älteste und größte Institution seiner Art.
Auch ästhetisch kann man das Theater der Jugend mit einem großen Schauspielhaus vergleichen. Während in der Freien Szene, die in Wien hauptsächlich im 2004 gegründeten Koproduktionshaus Dschungel ihre Bühnen hat, mit performativen Formaten und neuen Spielformen experimentiert wird, setzt man im Theater der Jugend auf große Stoffe und recht konventionelles Schauspiel. Das ist, wie im Stadttheater, nicht zuletzt strukturell bedingt. Erstens sind die zwei TdJ-Spielstätten Guckkastenbühnen und für die typischen Dreipersonen-Fünfzigminüter des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters ungeeignet; zweitens muss man dem Abo-Publikum auch bekannte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2017
Rubrik: Kinder- und Jugendtheater, Seite 36
von Wolfgang Kralicek
Sie sind gekommen, um «Tschüss» zu sagen. Nach fünf Jahren an der Volksbühne, nach fünf Jahren Festspielen mit der vielköpfigen Fritsch-Familie, die ein großer bunter Wanderzirkus ist: feinste Lachmuskelartisten, die Herbert Fritsch über die Zeit an zig Stadttheatern aufgetan hat. Jetzt treten sie noch einmal zur Rampe vor, einzeln, hundert letzte Minuten...
Nach drei Stunden endlich sprengt der Schmerz den Panzer. Hauke Haien, der nordfriesische Deichgraf, hat Recht behalten, aber es nützt ihm herzlich wenig. Sein neuer Deich würde halten, hätten ihn nicht seine Gegner durchbrochen. Die Sturmflut reißt Haukes Frau Elke und das gemeinsame Kind vor seinen Augen in den Tod. Johan Simons, der Theodor Storms...
Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde. Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts...
