Spurensuche im Strafraum
Die erste österreichische Arbeit der israelischen Regisseurin Yael Ronen beginnt im Stil einer Fußballübertragung. Aus dem Off stellt ein Kommentator die Schauspieler vor («Birgit Stöger, die gebürtige Grazerin, die Lokalmatadorin, sie ist nach einer langen erfolgreichen Laufbahn in Deutschland und der Schweiz auf internationalem Top-Niveau zum Zweitligisten aus Graz zurückgekehrt …»), die sich an der Rampe schon mal aufwärmen. Auch die Bühne (Fatima Sonntag) bleibt im Bild: Sie ist mit Kunstrasen bespannt.
Hakoah («Kraft») Wien war der Name eines jüdischen Sportvereins, dessen Fußballsektion 1925 die österreichische Meisterschaft gewann; nach dem «Anschluss» an Nazideutschland wurde er 1938 aufgelöst. «Hakoah Wien» ist dennoch kein historisches Sportstück. Es geht zwar auch um Fußball und um Judentum, aber die von Yael Ronen gemeinsam mit dem Ensemble entwickelte Szenenfolge spielt in der Gegenwart.
Der israelische Soldat Michael Fröhlich (gespielt von Michael Ronen, dem Bruder der Regisseurin) wurde nach Europa entsandt, um in Vorträgen Imagepflege für die israelische Armee zu betreiben. In Wien lernt er die Psychoanalytikerin Michaela Aftergut (Birgit Stöger) kennen, die im ...
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Theater heute Februar 2013
Rubrik: Chronik: Graz, Seite 57
von Wolfgang Kralicek
Im Juli 2012 betritt James Eagan Holmes ein Kino in der Kleinstadt Aurora, Colorado, durch den Notausgang, wirft zwei Ladungen Tränengas ins Publikum und erschießt zwölf Besucher. Nur drei Wochen später tötet Wade Michael Page sieben Mitglieder eines Sikhtempels in Oak Creek, Wisconsin. Ende September erschießt Andrew J. Engeldinger fünf ehemalige Kollegen in...
Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden...
Emilia Galotti hat die Normen der bürgerlichen Moral so verinnerlicht, dass sie sich lieber von ihrem Vater erdolchen lässt, als sich den prinzlichen Gefährdungen auszusetzen, für die sie ziemlich anfällig ist. Lieber tot als einem Gefühl nachgeben, das die Familienehre verletzt. Eine Aufforderung zum Ehren(selbst)mord – wo gibt’s denn so was heute noch jenseits...
