Rückzug aus dem Gewusel

Der Maler Christian Thoelke verdichtet in seinen großformatigen Gemälden die Zeit

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Was macht einen Künstler heute zum Künstler? Was ist seine alternative, dissidente oder sonst anders gedachte Position?»

Mir scheint: der Rückzug – wie zu allen Zeiten!

Aus dem Gewusel der alles fordernden und überfordernden Alltäglichkeit unserer Städte zurück in die Stille, Unaufgeregtheit oder Leere einer Probebühne, eines Sets, eines Ateliers. Da hat man – zumindest – die Möglichkeit den köstlichen oder grässlichen Mahlstrom des Lebens in seine Einzelheiten zu zerlegen, zu zerfetzen, zu zersplittern – neu zu binden, zu schmieren oder fanatisch neu zu setzen.

 

Die Abgeschiedenheit ist die Chance, das Viele zu ordnen – zu gestalten. Das scheint die eine Differenz zwischen Instagram und Aufführung, zwischen Facebook und Buch, zwischen Twitter und Bild. 

Obwohl – das Bild an sich bleibt ein eigenes Phänomen. 

Trudeln wir in unseren Aufführungen oder Liedern durch eine Zeit, die vergeht, bis wir den ganzen Spatenstich erleben und begreifen dürfen, ist das Bild einfach fortwährend da. Es ergießt sich sofort ganz vor uns in seiner Eigenheit und braucht weniger als zwei Sekunden um zu zeigen, was es ist. Bis wir dies jedoch wirklich begreifen können, wird sehr viel Zeit vergangen ...

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Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Künstler Positionen, Seite 14
von Charly Hübner

Vergriffen
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