Rituale und Verstrickungen
Plötzlich wird jemand ohnmächtig. Ausgelöst durch die drastischen Bilder, die sich als Videoprojektion über die Bühne ergießen. Steven Cohen schleicht auf diesen Bildern in hohen Plateauschuhen, greller Maske mit Sternen und einem wallenden Kostüm durch ein Schlachthaus. Der Umhang lässt sich sich in diesem Kontext als eingeweidefarben beschreiben. Blut tropft auf ihn, als er sich unter ein ausblutendes Rind legt, und kurze Zeit später kann man einem Bolzenschuss beiwohnen.
Das ist zuviel für einige, die den Saal verlassen, und gleichzeitig eine Ironie des Ortes, wo an gleicher Stelle einst mit Hermann Nitsch zum Abschluss der Intendanz von Sebastian Hartmann eines seiner Mysterien-Orgien-Theater gefeiert wurde – im Finale auch mit Kuhhälften.
Nichtsdestotrotz ist «Put your heart under your feet ... and walk!» zweimal ausverkauft im Rahmen der Euro-Scene, das diesen Abend in Zusammenarbeit mit den Berliner Festspielen als deutsche Erstaufführung herausbringt. Zugleich darf der 62-jährige Cohen noch sein Talkformat «Sphincterography» in Leipzig präsentieren; im Doppelpack mit seinem Abschminkritual «Deface», bei dem die aufwändige Maske mit Klebeband in die Form eines (kaufbaren) ...
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Theater heute Februar 2024
Rubrik: Festivals, Seite 47
von Torben Ibs
Zu pessimistisch sei die Jugend von heute, heißt es. Aber das Gefühl, in einer Gesellschaft zu leben, die in aller Bequemlichkeit ihrem Untergang entgegentaumelt, das hatte auch Büchner 1836, als er sein Lustspiel «Leonce und Lena» schrieb. Da war er 22. Also spielt man das Stück in Düsseldorf mit fünfzehn jungen Menschen etwa zwischen 12 und 24. Da fließt dann...
Was hat ein Himbeertörtchen mit dem Weltuntergang zu tun? Mit der Zerstörung der Erde durch die Achtlosigkeit des Menschen? Was mit der Selbstgewissheit der Sonne als allmächtigem, mythischem, unerbittlich brennendem, hoch energetischem Fixstern? Was mit dessen absolutistischem Einfluss auf Gedeih und Verderb von allem, was wächst?
In der ersten Szene von Charlotte...
AACHEN, DAS DA THEATER
22. nach Fitzek, Der erste letzte Tag
R. Tom Hirtz
AACHEN, THEATER
3. Sapienza, Die Kunst der Freude
R. Anaïs Durand-Mauptit
9. Lorenz und D’Aprile, Das Leben ein Clown (U)
R. Charlotte Lorenz und Jakob D’Aprile
ALTENBURG/GERA, THEATER
4. Böll, Die verlorene Ehre der Katharina Blum oder Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann
R....
