Rhein ins Vergnügen
30 Prozent», erzählt Günther Beelitz im Juni 2014. Dies sei der aktuellste Stand der Zuschauerauslastung im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses, mit 750 Plätzen eines der größeren Sprechtheater der Bundesrepublik. Bei seiner Spielzeitpressekonferenz im Mai waren es noch 41 Prozent, aber die Talfahrt geht weiter. «Es war ein Himmelfahrtskommando, das zu übernehmen – ich habe es nur gemacht, weil ich hier seit acht Jahren lebe und die Stadt gut kenne», sagt Beelitz.
Gedrängt habe er sich um diese Aufgabe nicht, es seien der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe und Vertreter von Stadt und Land gewesen. Man sei ihm nachgereist, etwa nach Regensburg, wo er gerade ein Stück von Moritz Rinke inszeniert hat.
Man kann Günther Beelitz zum Gespräch übrigens nicht in Düsseldorf treffen, sondern ihm nur nach Bad Kleinkirchheim skypen, wo er «sein Festival» weiterleitet, ein Lesefestival mit prominenten Schauspielern in einem Thermenhotel. Das hatte er zur Bedingung gemacht, als der Kulturdezernent von Düsseldorf und die Vertreter von Stadt und Land ihn mehrfach baten, als Interims-Intendant für zwei Jahre ans komplizierte Haus zurückzukehren. Dennoch kann man sich augenreibend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August-September 2014
Rubrik: Startrückblick, Seite 50
von Dorothea Marcus
Die Kamera bewegt sich durch die Straßen der Stadt. Ortskundige erkennen irgendwann, wohin die Reise geht: Die Kamerafahrt führt hinaus ins Krankenhaus Lainz, am südwestlichen Rand der Stadt. Auf der dortigen Komastation liegt die 25-jährige Balletttänzerin Karin Anna Giselbrecht seit drei Jahren im Wachkoma.
Auf dem Weg zu ihr erzählen Inserts ihre Geschichte. Wir...
Es ist widersprüchlich, was auf einen einprasselt, wenn man sich heute für Bühnen- und Kostümbild als Beruf entscheidet: Einerseits ist offensichtlich, dass das Visuelle einen enormen Bedeutungsschub in der gesellschaftlichen Wahrnehmung erfährt. Bilder, und damit auch die Bilder jeder Inszenierung, sind in der Foto-, Film und Symbolflut der Massenmedien, online...
Es verspricht kein besonders lustiger Abend zu werden. Bereits im Durchgang zur Hinterbühne werden die durch Fackeln illuminierten Besucher mit Geschrei und Gewimmer aus Lautsprechern begrüßt. Am Wegesrand backen Frauen Teigfladen, und das Ensemble wird mit Grabsteinen vorgestellt, zwischen denen aber auch die Namen toter Frauen von sozialen Protesten weltweit zu...
