Platz und Spiele
Sonja Anders steht auf dem Hamburger Gerhart-Hauptmann- Platz und erinnert sich. An glückliche Momente, wie sie als Kind auf dem heute eher trostlosen Platz zwischen Thalia Theater und Einkaufszone spielte, wie sie über die Pflasterwellen tobte, die den öffentlichen Raum strukturieren sollen. Und die neue Thalia-Intendantin erinnert sich an die Zeit als Jugendliche, wie der Gerhart-Hauptmann-Platz zur Chiffre für politisch grundierte Wut wurde, als sie hier unter anderem gegen die Kanzlerkandidatur von Franz Josef Strauß demonstrierte.
Dass Anders diese beiden Erinnerungen teilt, zur Eröffnung ihrer Intendanz, ist ein Hinweis darauf, was sie mit ihrem Theater will: wildes, kindliches Spiel einerseits. Und politische Haltung andererseits.
Anders ist als Nachfolgerin des 16 Jahre hier amtierenden Joachim Lux die erste Frau an der Spitze des Thalia, neu ist das Haus für sie aber nicht: Sie ist geboren und aufgewachsen in Hamburg, hier hat sie Germanistik studiert, am Thalia war sie ab 2000 Dramaturgin unter Intendant Ulrich Khuon, mit dem sie 2009, mittlerweile als Chefdramaturgin, ans Deutsche Theater Berlin wechselte. Von 2019 an übernahm sie ihre erste Intendanz am Schauspiel ...
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Theater heute November 2025
Rubrik: Starts, Seite 44
von Falk Schreiber
Es treten auf:
Die kleinen Meerjungraun
Marco
Ursu La Saucières
Das Allerleirau
Viele Erdaltraun
Eine richtig gute Suppe mit Fettaugen
An die möglichen Regien und Spieljs:
Identitäten sind nicht egal. Aus welchen Mündern der Text dann kommt, schon eher, aber auch nicht völligst. Es soll sehr ernst sein, und auch sehr lustig. Bitte. Im Zweifelsfall ernst, aber dafür...
Es schleicht umher, es lauert in den Ecken, es lässt sich nicht aufhalten: das Störgefühl, dass sich etwas anbahnt – ein ungebetener Gast, der durch die Tür spaziert, bevor man ihn überhaupt hineingebeten hat. Das Residenztheater eröffnet die Saison mit zwei Stücken, die sich vor der Kulisse historischer Kipppunkte abspielen: Ödön von Horváths «Kasimir und...
«Mit Toves Texten zu arbeiten, heißt für mich auch immer mit sich selbst zu arbeiten», so formuliert es die Regisseurin Anja Behrens. Und mit «Tove» meint sie Tove Ditlevesen (1917–1976), jene dänische Schriftstellerin, die in der «Kopenhagen-Trilogie» von ihrem Leben und Arbeiten erzählt: vom Aufwachsen in einem Arbeiterviertel, vom zähen Kampf für ihren Traum,...
