Im Lotussitz

Shakespeare «Der Sturm» am Schauspielhaus Zürich

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Die beste Pointe kommt gleich am Anfang: Da sitzen Ferdinand (Sasha Melroch), Alonso (Steven Sowah), Gonzalo (Maximilian Reichert) und Antonio, hier Antonia (Marie Goyette) vor dem Vorhang im Flieger Richtung Neapel. Aus Shakespeares Schiff ist ein Luftschiff geworden, mit an Bord Ariel als unheilbringende Flight Attendant (Tabita Johannes), die den titelgebenden Sturm entfacht und das Flugzeug zum Absturz bringt. Wie es Prospero arrangiert hat, der seine Zauberkräfte allerdings nicht mehr aus Büchern bezieht, sondern zeitgemäß aus digitalen Codes.

Sebastian Rudolph ist ein etwas zerknitterter Prospero; er lässt sich von Ariel mürrisch Gemüse-Smoothies servieren und versucht, sich im Yoga zu entfalten.

Ariel stellt sich als künstliche Intelligenz heraus; Prosperos Insel als elektronische Zelle. Dass sie die Form einer Bergspitze hat, ist wohl einer früheren dramaturgischen Intention geschuldet, die das Stück in der Fassung von Sophia Al-Maria als «Cli-Fi» deuten wollte, Klimafiktion: Moved by the Motion, ist im Programm zu lesen, «entführen uns in eine nahe Zukunft, in der der Meeresspiegel, bis zur Spitze der Schweizer Alpen angestiegen, einen apokalyptischen Pegel erreicht hat ...

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Theater heute April 2024
Rubrik: Chronik, Seite 61
von Andreas Klaeui

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