Ophelia und Hamlet
Es war ein grauer, spätwinterlicher Märztag in Bremen. Ich war zur ersten persönlichen Begegnung mit George Tabori verabredet, bei ihm zu Hause im Hochparterre eines Gründerzeithauses. An der Tür öffnete eine zierliche junge Frau in einem eher sommerlich hellen Kleid und führte mich in das geräumige Wohnzimmer, an dessen Ende hinter einem niedrigen Teetisch statt einer Couch oder Stühlen einige bunte Sitzkissen am Boden lagen, und in ihrer Mitte erhob sich aus seinem Schneidersitz ein großgewachsener älterer Mann, gekleidet in eine Art orientalischen Kaftan.
Das war, einem milde lächelnden Guru ähnlich, George Tabori.
Die junge Frau, die fortan meist nur stumm und freundlich durch den Raum schwebte, für neuen Tee sorgte oder mit einer leichten Handbewegung ein paar herumfliegende Kanarienvögel in Richtung einer meterhohen offenen Voliere scheuchte, war, wie Tabori erklärte, «die Uschi». Ursula Höpfner, seine Partnerin, die in jenem Jahr 1978 zum Bremer «Theaterlabor» gehörte, das Tabori als halbfreies eigenes Theater im Theater unter der Ägide des damaligen Bremer Generalintendanten Peter Stoltzenberg betrieb.
Am selben Abend sah ich dort auf der Bühne der «Concordia», einem etwas ...
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Theater heute März 2024
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Peter von Becker
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Ich musste die Tür zum Gang schließen», erklärt ein Bruder seiner Schwester in Julio Cortazars fantastischer Erzählung «Das besetzte Haus». «Sie haben den hinteren Teil übernommen.» Abgeschieden und allein lebt das Geschwisterpaar in einem alten Haus, das sie mit ihren Eltern und ihrer Kindheit verbindet, als plötzlich dunkle Mächte eindringen, das Haus nach und...
Uraufführung 16.12.2023, Schauspiel Leipzig, Regie: Elsa-Sophie Jach
© Suhrkamp Verlag Berlin 2023
1 Tochter
Nur ein Brautraub
das ist Brauch
und die Cousins
sind auch der
Braut im Auto nachgebraust
über die Landstraßen
rasen sie überdrehen
sie übertreiben sie treiben
sich an treiben voran sich
voreinander her
überschätzen sich
verschätzen sich
überschlagen falsch
...
