Ok, Boomer!
Wenn du mit mir reden könntest, was würdest du sagen?», fragt Nicola ihren Freund Christof zu Beginn des Stücks. Christof ist Anfang Zwanzig, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und liegt im Sterben. Ein letztes Mal möchte Nicola mit ihm einen Tag verbringen – so wie früher, als er noch gesund war. Sie nimmt ihn mit auf eine imaginäre Reise an jene Orte, die ihnen etwas bedeutet haben: das Café, in dem sie sich kennenlernten, ihre alte Schule, das Schwimmbad, der Fernsehturm. Noch einmal tanzen und miteinander schlafen.
Die Intensität ihrer Erlebnisse feiert ihre tiefe Verbundenheit voller Lebensfreude. Glücklich, den Planeten endlich zu verlassen, verabschiedet sich Christof schließlich mit sarkastischem Humor, denn «die ganze Welt wird brennen. Ich bin froh, dass ich hier rauskomme, ehe ich mir den Scheiß anschauen muss.»
In dieser Reise durch die Stadt begegnen wir Menschen, die Christof nahestehen. Da ist Walter, Christofs Vater, der den Unfalltod seiner Frau nicht verwunden hat und den Anblick seines sterbenden Sohns nicht erträgt. Der in Schwermut versinkt und sich in seine Arbeit als Automobilverkäufer flüchtet. Und Christofs Onkel Matheus, der wegen Besitzes von ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 161
von Ingoh Brux
Wie hießen nochmal diese Schwebeteilchen in der Luft? Aurosole? Oder das, was die Schweden gegen das Virus gemacht haben? Hordenimmunität? Fast so fern, wie mancher Fachbegriff aus der Lockdownzeit vielen Menschen scheinen mag, wirkt bereits die letztjährige Relevanz-Panik zum postpandemischen «Publikumsschwund». Von der befürchteten Herdenimmunität gegenüber...
Die Film- und Tonsociété Cypressenburg hat schon bessere Tage gesehen. Carl Carl – genannt CC –, legendärer Film- und Mu -sikproduzent und Chef der Firma, muss sein Büro im Orchesteraufnahmesaal einrichten. Das Studio wird umgebaut, und die übergeordnete Holding sucht nach einer neuen Konzernleitung. Es sind Zeiten des Umbruchs in der Unterhaltungsbranche. Wir...
Jetzt hat er ihn endgültig überholt, den verehrten Burgtheater-Kollegen Gert Voss: Zum dritten Mal und damit öfter als jeder andere Schauspieler seit 1989 ist Joachim Meyerhoff Schauspieler des Jahres, im Alleingang – das schaffte Gert Voss nur einmal, 1990. ’92 und ’98 teilte er sich die Ehre mit dem – von Meyerhoff nicht weniger verehrten – Ignaz Kirchner.
Natürl...
