Außen jodeln, innen brodeln
Jetzt hat er ihn endgültig überholt, den verehrten Burgtheater-Kollegen Gert Voss: Zum dritten Mal und damit öfter als jeder andere Schauspieler seit 1989 ist Joachim Meyerhoff Schauspieler des Jahres, im Alleingang – das schaffte Gert Voss nur einmal, 1990. ’92 und ’98 teilte er sich die Ehre mit dem – von Meyerhoff nicht weniger verehrten – Ignaz Kirchner.
Natürlich ist das Wahlergebnis der 46 Kritiker bis zum Erscheinen des Jahrbuchs streng geheim.
Also konnte ich beim Juni-Gespräch in der Berliner Schaubühne den Schauspieler des Jahres nicht fragen, wie sich das so anfühlt. Die Antwort weiß ich trotzdem. Bestimmt hätte er gesagt: «Das ist großartig, aber es macht mich etwas ratlos.» Ratlos, das Wort war schon im kurzen Mail-Austausch vor unserem Treffen gefallen: «Ich stehe dem Theater gerade ziemlich ratlos gegenüber, mische aber freudig mit – will sagen: spielen geht – reden darüber eher nicht.» Wir verabreden, übers Wetter zu sprechen statt übers Theater.
Aber sprechen mit Joachim Meyerhoff ist ein Unternehmen mit ungewissem Ausgang. Der Start mit dem Wetter (28 Grad um 10 Uhr morgens) führt in Nullkommanichts nach Südafrika und zum Sprung in den ersten Begeisterungspool, ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Höhepunkte der Spielzeit, Seite 110
von Barbara Burckhardt
Amir Gudarzi kritisiert das verbreitete Bedürfnis, seine Werke mit der Herkunft ihres Autors erklären zu wollen und die Nationalitäten, die ihm daraufhin zugeschrieben werden: «der iranische Dramatiker», «der iranisch-österreichische Autor», «der talentierte Exildramatiker», «der Exil-Iraner», «der österreichische Autor». Tatsächlich gibt es kaum etwas, das weniger...
Vieles fühlt sich für mich nicht wie «Verzicht» an, sondern eher wie eine Serie von Entscheidungen für ein stressfreieres und gesünderes Leben. «Verzicht» ist ein Wort, das vielen Menschen Angst macht. Die Diskussion um ein klimagerechteres Leben wird meist so geführt, als wäre unser Wohlstand und unser sorgenfreies Leben in Gefahr. Dabei verzichten wir schon heute...
Die frühen Jahre
Ausgesetzt In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren...
