Ohne Haue keine Veränderung

Oliver Frljic inszeniert Heiner Müllers «Mauser» am Residenztheater, Christopher Rüping adaptiert Miranda Julys Roman «Der erste fiese Typ» an den Münchner Kammerspielen

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Schade eigentlich, dass Heiner Müller und Miranda July sich nie begegnet sind. Ob sich der ostdeutsche Intellektuelle, gegerbt von den totalitären Erfahrungen des 20.

Jahrhunderts (sowie von Whiskey und Zigarren), und die US-amerikanische Künstlerin, die den menschenfreundlichen Hippie-Charme kalifornischer Esoterik versprüht, irgendetwas zu sagen gehabt hätten? Müllers geschichtsbedingter Fatalismus und Julys naiv oder gar neoliberal erscheinendes Vertrauen auf individuelle Selbstheilungskräfte hätten prima aneinander vorbei ins Leere laufen, vielleicht aber auch ein schräges Match ergeben können.

In München konnte man kürzlich an zwei aufeinanderfolgenden Abenden eine Heiner-Müller- und eine Miranda-July-Premiere besichtigen. Der Theatermacher Oliver Frljic, der 1976 wie Müller in einem Staat geboren wurde, den es nicht mehr gibt – nämlich in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien – und heute an verschiedenen europäischen Theatern inszeniert, versucht sich mit Müllers «Mauser» im Marstall darüber klarzuwerden, «ob man menschliches Leben zur Erreichung höhe­rer Ziele einsetzen kann» (so Frljic im Programmheftinterview mit dem Produktionsdramaturgen Sebastian Huber). ...

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Theater heute Juni 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 8
von Eva Behrendt

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