Ode an Rainald
Sommer, Stimmung, Umstand, Theater, heute, Text, Laune, jetzt: Gerade schreibe ich an meinem neuen Roman, das ist schon die Flucht nach vorn eigentlich, ganz klar, glaube ich, für mich, also: es ist für mich so: Das Schreiben ist politisch aufgeladen genug, kräftezehrend, im Zentrum eines Solarsystems, umkreist von einer wirren Irre, auch wenn Mensch händeringend um die Aufladung herumeiern will, die Ruhe wird gesucht, aber wie die aussieht: keine Ahnung, vielleicht wie Momente in einem Zwischenraum, zwischendrin, zwischendurch, vielleicht ja: lesen, wenn, also, was?, wenn also die
Welt brennt, das macht nun mal keinen Spaß, was dann?, dann: gab es da immer eine andere Form, Distraktion, Abstraktion, Dekonstruktion eines Ichs, die synthetische, die chemische Form von Spaß, die ich mir aber gerade bewusst raube, mich selbst da rausziehe, entziehe, kein Zauberstaub, kein Medikamentenkästchen, at least I try, der Versuch ist heilig, Ausrutscher heiligen die Mittel, für Stille im Kopf, ich bin ja aber wirklich weg von dem ganzen Zeug, also ja, nein, raus, raus, raus, die Herrlichkeit, Entbehrlichkeit von Manieren, Ehrlichkeit auf allen Vieren, jede Possibilität eine tiefe Schlucht, ein ...
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Theater heute Jahrbuch 2025
Rubrik: Cheering up, Seite 99
von Arad Dabiri
We are all made by our stories», lautet der stückprägende Satz in Deirdre Kinahans neuem Drama «Refuge». Und die These wird in der Diskussion der Figuren weiter beleuchtet durch die Fragestellung, wer die Prägung durch Geschichte und Geschichten (noch) ändern kann und wer die Determination akzeptieren muss. Diese Prägung betrifft fünf Menschen und einen Schatten,...
Cheering up? Wirklich? In einer Zeit, in der die Realität anmutet wie ein überproduziertes Endzeitdrama – nur ohne Pause, ohne Pointe? Die Gegenwart gleicht einem frontal entgleisten Schnellzug. Der Himmel: ein leerer Bildschirm. Die Luft: gesättigt mit Meinung, aber erschreckend arm an Haltung. Die Gesellschaft wühlt sich durch Debatten wie durch Schuttberge,...
Ich glaube, das Gebot der Stunde lautet Kooperation, im Gegensatz zu einer Gesinnung, in der es als Erfolg gilt, sich die Welt Untertan zu machen. Das 20. Jahrhundert ist noch nicht lange her, und es wuchert noch kräftig zu uns herüber. Angesichts der globalen Bedrohungslagen unseres Jahrhunderts ist jedoch Kooperation die einzig logische Schlussfolgerung –...
