Wien: Das sind doch wir
Die österreichische Erstaufführung von «Homohalal» beginnt damit, dass sich der Schauspieler Johnny Mhanna vorstellt. Er stamme aus Damaskus und sei 2015 über die Türkei, Griechenland, Serbien und Ungarn nach Österreich geflüchtet. «In zweieinhalb Jahren in Österreich habe ich in 14 Theaterproduktionen gespielt. Ich bin voll ausgebucht», sagt er. «Jedes Theater in Wien brauchte einen Schauspieler mit Fluchthintergrund.
» Manches an seiner Geschichte erscheint etwas übertrieben, aber wenn Johnny Mhanna behauptet, allein für «Homohalal» zwei Mal angefragt worden zu sein, könnte das stimmen: Es ist nämlich tatsächlich bereits der zweite Versuch, das Stück in Wien auf die Bühne zu bringen.
Ursprünglich sollte es im April 2016 am Volkstheater uraufgeführt werden; in der Zwischenzeit aber hatte die große Flucht in Richtung Österreich und Deutschland eingesetzt, und nachdem die Schauspieler kurz vor Probenbeginn massive Bedenken gegen den Text angemeldet hatten, wurde die Produktion abgeblasen. «Der öffentliche Diskurs über Geflüchtete ist zur Zeit stark von Angst und Hass geprägt», hieß es in der Begründung des Volkstheaters. «In dieser Situation ist eine Dystopie – so vielschichtig und ...
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Theater heute März 2018
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Wolfgang Kralicek
Wenn im Theater gehustet wird, dann normalerweise im Zuschauerraum. Diesmal aber fängt die Vorstellung damit an, dass das in Anoraks und Daunenmäntel gehüllte Ensemble sich vor dem Vorhang aufreiht und so lange herzhaft um die Wette hustet, bis der – ebenfalls hustende – Doktor seine Patienten von der Bühne holt. So beginnt Alexander Eisenachs Inszenierung des...
Im Anfang war das Wort. Und das Bild. Und sonst auch noch vieles. In Stuttgarter Schauspielhaus hat Kay Voges, hauptberuflich Intendant des Dortmunder Schauspiels, zur Messe geladen. Mit Weihrauchduft lotst er die Besucher in die heiligen Hallen des Theaters, an dessen Decke und Seitenwänden im Zuschauerraum viele kleine rote Lämpchen leuchten. Schummrige Stimmung,...
Aufführungen
(von Frauen)
Wenn wir uns nicht verzählt haben, sind von den 215 nicht in Kollektiven erarbeiteten
Inszenierungen dieses Monats 68 von Frauen. Darauf wollen sich diese Hinweise ausnahmsweise konzentrieren, mit dem schönen Nebeneffekt, dass deutlich mehr kleinere Häuser vorkommen. Denn an den großen Bühnen der ganz großen Häuser können wir nur aufs...
